Eine DRG – Diagnosis Related Group – ist eine diagnosebezogene Fallgruppierung, die Patientenfälle mit ähnlichen Kosten zusammenfasst. Eine G-DRG wird auch als Fallpauschale bezeichnet. Im Jahr 2020 sind insgesamt 1.292 DRGs für stationäre Krankenhausleistungen generiert worden. Hierin enthalten sind Pauschalen für die Hauptabteilung, Belegabteilung sowie für teilstationäre Fälle. Dies entspricht 26 DRGs weniger als im Jahr 2019.

 

Grundlegende Reformierung des G-DRG Systems – 2020

Für das Jahr 2020 wurde der Fallpauschalenkatalog um den Pflegeerlöskatalog erweitert und die Bezeichnung auf „aG-DRG Katalog“ geändert.  Die einzelne Fallpauschale wird weiterhin als G-DRG bezeichnet. Hierin enthalten ist nun je DRG die Pflegeerlösbewertungsrelationen/Tag, die für Haupt- und Belegabteilung sowie teilstationäre G-DRGs gesondert aufgeführt wird. Diese Erweiterung betrifft auch die G-DRGs, die eine gezielte Absenkung in Abhängigkeit der Median-Fallzahl erfuhren. Die Höhe des Pflegentgeltes/Tag berechnet sich auf Basis eines krankenhausindiviuellen Pflegeentgeltwertes.

 

Berechnungsbeispiele zum Pflegekostenerlös 2020

Ab 2020 wird die Pflege am Bett über das Selbstkostendeckungsprinzip erstattet. Wie sich die Entgelthöhe berechnet zeigen die Berechnungsbeispiele

 

Diese Änderung ist verankert in §17g Abs. 4 Satz 1 KHG und wird zum 01. Januar 2020 gültig. Sie führt die Pflegevergütung zurück zum Selbstkostendeckungsprinzip, wie es für die gesamte Krankenhausfinanzierung vor dem G-DRG System galt. Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) wurde mit der Entwicklung eines Konzeptes zur Umsetzung beauftragt. Ziel war es, für die unmittelbare Patientenversorgung auf bettenführenden Stationen aus dem Vergütungssystem auszugliedern und eine neue Pflegepersonalkostenvergütung zu entwickeln.

 

Wie viele G-DRGs (Fallpauschalen) hat das deutsche System?

Eine Übersichtsgrafik der Anzahl der Fallpauschalen in Deutschland seit 2003.

 

Die Zuordnung von ähnlich gewichteten Patientenfällen in eine Fallpauschale ist die Grundlage für das pauschalisierende Abrechnungssystem, bei dem stationäre Krankenhausbehandlungen über Pauschalen durch die Kostenträger vergütet werden.

 

 

Zuordnung zu einer DRG – Diagnosis Related Group

Um eine Zuordnung in eine Fallpauschale vornehmen zu können, sind verschiedene fallabhängige Angaben in eine Groupersoftware einzugeben.

Diese sind u.a. die

  • Hauptdiagnose (Diejenige, welche als die hauptsächlich für die stationäre Aufnahme identifiziert wurde – kann sich im Verlauf ändern, z.B. aufgrund von Laborergebnissen)
  • Nebendiagnosen (alle im Behandlungsverlauf aufgetretenen Begleiterkrankungen, welche nachweislich einen Aufwand verursacht haben),
  • Prozeduren (alle während des stationären Aufenthaltes durchgeführten operativen und nicht operativen Prozeduren)

sowie, Patientenalter, Beatmungsstunden, Aufnahmegewicht, Geschlecht etc.

Die Verschlüsselungen der Hauptdiagnose und der Nebendiagnosen erfolgt über ICD-10 Codes, während die Schlüssel für Operationen und Prozeduren im OPS Katalog zu finden sind. Die Regelwerke „ICD-10 und OPS Katalog“ werden jährlich durch das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) veröffentlicht. Sie sind eine wesentliche Grundlage zur Weiterentwicklung und Pflege der G-DRG Definitionshandbücher, welche durch InEK ebenfalls jährlich neu aufgesetzt und veröffentlicht werden.

 

 

Detailinformationen zur Fallpauschale

Die Detailinformationen aller DRGs werden im Fallpauschalenkatalog niedergeschrieben. Auch dieser wird jährlich durch das InEK aktualisiert und zusammen mit den G-DRG Definitionshandbüchern veröffentlicht.

Jede Fallpauschale wird in einem alphanummerischen Code angegeben und trägt immer vier Stellen. Die ersten drei Stellen der DRG bezeichnet man als Basis-DRG, welche neben der Organzuordnung (MDC) auch Rückschlüsse auf die Partition, also auf die Art der Behandlung gibt. Die vierte und letzte Stelle gibt den Ressourcenverbrauch an. Faktoren für den  Ressourcenverbrauch sind PCCL, Alter, Verweildauer, Beatmung, Entlassungsgrund, Hauptdiagnose, Nebendiagnose oder die Prozedur. Hier gilt in der Regel – umso näher die Angabe des Buchstaben in Richtung „A“ geht, desto höher ist die Rückvergütung innerhalb dieser Basis-DRG Zuordnung. Eine Ausnahme bildet hier beispielweise die Basis DRG B17 (Auszug aus dem Fallpauschalenkatalog 2019 – Tabelleninhalt v.l.n.r. DRG / Partition / Bezeichnung / Relativgewicht bei Hauptabteilung).

 

 

G-DRG Partition Bezeichnung Relativgewicht Erlös
B17A O Eingriffe an peripheren Nerven, Hirnnerven und anderen Teilen des Nervensystems oder Eingriff bei zerebraler Lähmung, Muskeldystrophie oder Neuropathie, mit komplexer Diagnose oder Implantation eines Ereignis-Rekorders 2,382 8.444,12 €
B17B O Eingriffe an peripheren Nerven, Hirnnerven und and. Teilen des Nervensystems oder Eingr. bei zerebr. Lähmung, Muskeldystr. od. Neurop., mit best. kompl. Eingr., Alter < 16 J. oder mit mäßig kompl. Eingr., Alter < 19 J. oder mit äuß. schw. oder schw. CC 2,456 8.706,45 €

 

 

Zur Berechnung der Erlöshöhe trägt jede Fallpauschale ein individuelles Relativgewicht. Das Relativgewicht ist ein Punktwert und ergibt multipliziert mit dem jeweils für ein Jahr gültigen Landesbasisfallwert, den entsprechend durch die Kostenträger an die Krankenhäuser zu zahlenden €-Wert für den Patientenfall an.

Weiterhin ist sie mit Verweildauergrenzen versehen, welche je nach Überschreitung oder Unterschreitung Zuschläge oder Abschläge für das Krankenhaus bedeuten. Die Einhaltung, der für jede Fallpauschale individuell definierten mittleren Verweildauer bedeutet i. d. R., dass der Fall wirtschaftlich war. Eine Überschreitung, z.B. aufgrund von Komplikationen, ist hingegen in den meisten Fällen als unwirtschaftlich anzusehen.

 

Der Aufbau einer DRG - Diagnosis Related Group

Der Aufbau einer DRG mit Abgrenzung der Basis DRG sowie die Zuteilungskriterien der einzelnen Stellen der DRG

 

 

Alle DRG – Diagnosis Related Groups gebündelt auf einen Blick

Die Detailinformationen können kostenlos im Jahresverlauf seit 2010 auf der Onlineplattform reimbursement.INFO im Bereich DRG Kataloge eingesehen werden. Dies ist ein kostenfreier, durch das InEK genehmigter Dienst des Reimbursement Institute, welcher allen Interessierten zur Verfügung steht.

 

Interaktive Darstellung der G-DRG Kataloge bestehend aus OPS Katalog, ICD-10 Katalog, G-DRG Fallpauschalenkatalog. Die Verbindung erfolgt auf Basis der G-DRG Definitionshandbücher des InEK

Die Online-Plattform reimbursement.INFO fasst die Regelwerke des G-DRG Systems gezielt und interaktiv zusammen. So können die Interaktionen dieser Regelwerke binnen Sekunden evaluiert werden

 

Wer sind wir?

Das Reimbursement Institute ist spezialisiert auf die Erstattung medizinischer Verfahren im G-DRG System. Wir unterstützen Personengruppen, die sich aufgrund ihrer Arbeit im Krankenhaus, als Mitarbeiter von Medizintechnik- und Pharmaherstellern (z.B. im Market Access, Reimbursement oder Vertriebsbereich) sowie im Zuge von Weiterbildungen mit dem Fallpauschalen-System auseinandersetzen. Als weiteres Instrument wurde zudem die Onlineplattform reimbursement.INFO entwickelt. Sie verbindet alle relevanten Informationen zum G-DRG System auf interaktive Weise.

Erfahren Sie mehr über uns!

 


 

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