Das G-DRG System ist ein pauschalisierendes Vergütungssystem für stationäre Krankenhausleistungen, welches eine Adaption des australischen AR-DRG Systems darstellt.

 

Allgemeines zum G-DRG System

Rechtliche Grundlagen

Die gesetzliche Grundlage des G-DRG Systems bildet § 17b des Krankenhausfinanzierungsgesetz, in welchem die wesentlichen Charakteristika festgelegt sind. Dieses leistungsbezogene System hat das bis dahin in Deutschland geltende „Selbstkostendeckungsprinzip“ abgelöst. Das G-DRG System beruht auf der Gesundheitsreform des Jahres 2000 und wurde 2003 eingeführt. Eine rechtsverbindliche Umsetzung erfolgte im Jahr 2004. Eines der wesentlichen Ziele dieser Reform war die Begrenzung der Ausgaben für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

 

G-DRG = Diagnosis Related Groups

Seither werden die Leistungen im Krankenhaus mit einem festen Entgelt vergütetet. Die angesteuerte DRG (Fallpauschale) und somit die Höhe des Entgeltes, wird im Wesentlichen wie folgt ermittelt:

– individuelle Patientendaten (Alter, Aufnahmegewicht, Beatmungsdauer, Geschlecht, etc.)
Hauptdiagnose
Nebendiagnosen
Prozeduren

Der DRG-Grouper (ein Software-Programm) generiert aus den gegebenen Daten, anhand eines festen vorgegebenen Algorithmus, die auf den Patientenfall zutreffende DRG.

Alle für den Krankenhausbetrieb notwendigen Kosten, dies inkludiert u.a. sämtliche Personalkosten, Materialien und auch kleinere Anlagegüter mit einem Lebenszyklus von bis zu drei Jahren, müssen nun über die Einnahmen dieses pauschal für einen Behandlungsfall generierten Erlöses abgedeckt werden. Um die Leistungen kostendeckend erfüllen zu können und somit am Markt Bestand zu haben, ist das Krankenhaus nun als ein Wirtschaftsbetrieb zu betrachten.

 

 

G-DRG System - Eine Übersicht der Organisationen und Inhalte

Übersicht über das G-DRG System

 

 

Grundlagen für die Weiterentwicklung des G-DRG Systems

1. Datengrundlage

Die Selbstverwaltungspartner haben das InEK (Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus) mit der Einführung, Weiterentwicklung uns Pflege des G-DRG Systems beauftragt. Das G-DRG System ist ein wachsendes und lernendes System, welches durch die jährlichen Abschlussberichte des InEK aktualisiert und weiterentwickelt wird. Hierfür nutzt das InEK die gelieferten Krankenhausdaten gemäß § 21 KHEntgG in aggregierter Form sowie die rückgemeldeten Kostendaten der InEK Kalkulationskrankenhäuser. Dabei basiert die Weiterentwicklung des G-DRG Systems stets auf retrospektiven Daten. Für das Systemjahr 2018 wurden demnach die Daten aus dem Jahr 2016 verwendet.

Die folgenden Grafiken zeigen, wie viele Daten zur Weiterentwicklung genutzt wurden. Im Jahr 2018 sind es bspw. die Daten von 1.500 Krankenhäusern, die im Jahr 2016 mit 429.132 Betten insgesamt 22.031.547 Fälle, behandelten, die letztlich zur Weiterentwicklung genutzt wurden.

 

 

 

G-DRG System - Datenlieferung gem. § 21 KHEntgG - Anzahl Krankenhäuser, Betten und Fälle im Zeitverlauf

Anzahl der Krankenhäuser inkl. Anzahl Betten und Fälle, die Daten gem. § 21 KHEntgG zur Weiterentwicklung des G-DRG Systems an das InEK geliefert haben. (Quelle: InEK Abschlussberichte)

 

 

 

Lieferung der Kostendaten - Anzahl Kalkulationskrankenhäuser, Betten und Fälle im Zeitverlauf

Anzahl der Kalkulationskrankenhäuser inkl. Anzahl Betten und Fälle, die Kostendaten zur Weiterentwicklung des G-DRG Systems an das InEK geliefert haben. (Quelle: InEK Abschlussberichte)

 

 

Die Teilnahme an der Dokumentation der Kosten ist freiwillig. Im Jahr 2016 wurden jedoch erstmals 40 Krankenhäuser, nach notariell begleiteter Ziehung, zusätzlich zur Erstellung und Abgabe der Kalkulationsdaten an das InEK verpflichtet. Verankert ist dies im § 17b Abs. 3 Satz 6 KHG – Vereinbarung zur Erhöhung der Repräsentativität der Kalkulation. Somit können nun auch die Kostendaten bislang unterrepräsentierter Krankenhäuser bestimmter Trägerschaften oder Krankenhäuser mit bestimmten Leistungsstrukturen bei der Kalkulation berücksichtigt werden.

Aus all diesen Daten werden Durchschnittswerte ermittelt, welche in der Realität mehr oder weniger auf den realen Behandlungsfall im Krankenhaus passen. Naturgemäß lassen sich die ermittelten Werte nur mit einem Zeitversatz in das aktuelle Jahr übertragen. Somit ist die Grundlage der Bewertungsrelationen für die DRG des Jahres 2018 in 2016 zu finden. Es erfolgt jedoch eine zuvor ermittelte Aufwertung, welche über eine Anpassung der Relativgewichtspunkte erfolgt. Diese Aufwertung wurde im Jahr 2017 im Zuge des Krankenhausstrukturgesetzes neu geregelt. Unter Berücksichtigung der Sachkostenkorrektur erfolgt die Aufwertung nun nicht mehr für jede Kostenart (Personal-, Sachmittel- und Infrastrukturkosten) auf die gleiche Weise. Mehr hierzu finden Sie in unserem Glossareintrag zum Thema Sachkostenkorrektur.

 

Zusammensetzung der Datenerhebungen aus den Krankenäusern nach Bundesland (2016)

Prozentuale Verteilung der zur Datenerhebung/Weiterentwicklung des G-DRG Systems herangezogenen Krankenhäuser nach Bundesland. (Quelle: InEK Abschlussbericht für 2018)

 

 

 

Zusammensetzung der Datenerhebungen aus den Krankenhäusern nach Bettenanzahl (Größe)

Prozentuale Verteilung der zur Datenerhebung/Weiterentwicklung des G-DRG Systems herangezogenen Krankenhäuser nach Bettenanzahl (Größe). (Quelle: InEK Abschlussbericht für 2018)

 

 

2. Vorschlagsverfahren

Um auch externen medizinischen, wissenschaftlichen und weiteren externen Sachverstand in das System einfließen zu lassen, hat das InEK ein Vorschlagverfahren eingeführt. Dafür ist vor allem die aktive Mitarbeit von Krankenhäusern, Krankenkassen, Fachgesellschaften und Experten unverzichtbar. Über das InEK Datenportal können folgende Anträge an das InEK übermittelt werden:

 


 

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