Die Hauptdiagnose ist die Grunderkrankung eines Patienten. Im stationären Sektor ist die Hauptdiagnose zudem der Grund, weshalb ein Patient in das Krankenhaus kommt und behandelt wird (nicht zu verwechseln mit der Aufnahmediagnose). Laut der Deutschen Kodierrichtlinien (Version 2018) wird die Hauptdiagnose definiert als „die Diagnose, die nach Analyse als diejenige festgestellt wurde, die hauptsächlich für die Veranlassung des stationären Krankenhausaufenthaltes des Patienten verantwortlich ist“ (D002f).

 

 

Hauptdiagnose – Grundlegende Informationen

Verschlüsselung der HD

 

Die Verschlüsselungen der Hauptdiagnose (HD) erfolgt über ICD-10 Codes. Das hierfür notwendige Regelwerk ist der derzeit gültige ICD-10-GM Katalog. Dieser wird jährlich durch das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) aktualisiert und veröffentlicht. Es ist immer nur eine Hauptdiagnose pro Behandlungsfall zulässig, welche sich im Verlauf der stationären Versorgung durchaus verändern kann. Die nach Analyse, zur Sicherung oder Ablösung der zunächst aufgestellten Aufnahmediagnose oder Einweisungsdiagnose, ermittelte Diagnose wird verschlüsselt. Welche Diagnose der Definition einer HD entspricht entscheidet der behandelnde Arzt. Zur Sicherstellung der korrekten Zuordnung der Hauptdiagnose können beispielsweise evaluierende Befunde erhoben werden. Zu nennen wären hier medizinische und pflegerische Anamnesen, psychiatrische Untersuchungen, Konsultationen von Spezialisten, eine körperliche Untersuchung, diagnostische Tests oder Prozeduren, chirurgische Eingriffe und pathologische oder radiologische Untersuchungen.

 

 

Gewichtung der HD

 

Der Hauptdiagnose wird eine große Gewichtung in der Zuteilung zu einer entsprechenden DRG über die MDC Zuordnung zuteil. Sie beeinflusst wesentlich die DRG-Ermittlung und somit auch den Preis für eine Krankenhausbehandlung insofern nicht durch die Kriterien der Prä-MDC Verarbeitung eine andere MDC Zuweisung vorgenommen wird. Eine einheitliche Verschlüsselung ist daher notwendig, welche in den deutschen Kodierrichtlinien geregelt ist. Demnach ist eine HD diejenige Diagnose, „die nach Analyse als diejenige festgestellt wurde, die hauptsächlich für die Veranlassung des stationären Krankenhausaufenthaltes des Patienten verantwortlich ist“. Einige ICD-10 Codes sind als Hauptdiagnose unzulässig. Dies sind z.B. Manifestationscodes oder Codes einer externen Verletzungs- und/oder Vergiftungsursache (siehe Abschnitte V, W, X und Y der ICD-10-GM). Werden solche Codes als HD verwendet, ist das Ergebnis die Ansteuerung der DRG „961Z – Unzulässige Hauptdiagnose“.

Grundsätzlich hat der Begriff keine rein medizinische Bedeutung, sondern entspringt dem Abrechnungssystem und ist demnach ein allgemein gültiger Begriff, der einen dahinterstehenden Grund zur Aufnahme in ein Krankenhaus beinhaltet. Aufgrund der großen Bedeutung kommt es gelegentlich zu Differenzen zwischen Leistungserbringern und den zuständigen Krankenkassen bezüglich einer korrekten Zuordnung der HD.

 

 

Hauptdiagnose - Abgrenzung zur Aufnahmediagnose

Die Wichtigkeit der Hauptdiagnose bei der DRG Ermittlung

 


 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichern wir Informationen über Ihren Besuch in Cookies (Deutsch: Kekse). Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Mehr zum Datenschutz
Einverstanden