Der OPS Schlüssel – dessen Bedeutung und Historie

Der Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS), der vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information (siehe auch: DIMDI) im OPS-Katalog herausgegeben wird, ist die amtliche Klassifikation für die Kodierung von medizinischen Operationen und Prozeduren im ambulanten und stationären Bereich. Die Schlüssel liefern Daten zur Qualitätssicherung, Transparenz, Epidemiologie, medizinischen Dokumentation sowie für statistische und wissenschaftliche Zwecke. Seit der Einführung des G-DRG Systems im Jahr 2004, sind der Verschlüsselung durch den Einsatz der Codes (Schlüssel) auch ökonomische Aspekte zuteil geworden. Die Kodierungsmöglichkeit über einen solchen Schlüssel dient seither nun auch der Sicherstellung eines kostendeckenden Einsatzes von signifikanten Prozeduren in der deutschen stationären Gesundheitsversorgung (auch für ambulant durchgeführte Prozeduren im Krankenhaus). Die Weiterentwicklung obliegt einem sehr aufwendigen Prozess und involviert zahlreiche Aspekte sowie Akteure (mehr Lesen zur Beantragung und Weiterentwicklung).

 

 

OPS Code mit weiteren relevanten Informationen zur Erstattung und Codenutzung durch die Klinken.

Ansicht der OPS Codierung „8-607.0 – Invasive Kühlung durch Anwendung eines speziellen Kühlkatheters“ auf reimbursement.INFO mit Verbindung zu den Analysetools sowie Angaben zur Groupierungsrelevanz dieses OPS Codes gemäß G-DRG Definitionshandbuch des InEK.

 

Die erste Version wurde 1994 als OPS-301 Version 1.0 vom DIMDI im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (siehe auch: BMG) veröffentlicht und in der stationären Versorgung ab 1995 angewendet. Sie diente zunächst dazu, Fallpauschalen und Sonderentgelte in der stationären Versorgung abbilden zu können. Auch der erste Grundstein zur Verbesserung der Transparenz von innerklinisch erbrachten Leistungen wurde durch den OPS Katalog gelegt. Er kombinierte erstmals die Abrechnung nach der alten Regelung der Sonderentgelte sowie Fallpauschalen mit der Abrechnung nach dem neu eingeführten G-DRG System.

Bis zum Jahr 2003 wurde der OPS-Katalog ausschließlich zur Verschlüsselung operativer Eingriffe angewendet. Mitte des Jahres wurde er durch einen nichtamtlichen Erweiterungskatalog ergänzt, welcher 2009 wieder aufgelöst wurde.

Die heutige Version wurde über die Jahre stetig weiterentwickelt. Aktuell besteht der Katalog aus zwei Teilen; zum einen aus dem systematischen Verzeichnis (Systematik) und zum anderen aus dem alphabetischen Verzeichnis (Alphabet).

Die Systematik

Die Systematik ist unterteilt in sechs Kapitel, die die hierarchisch geordnete Liste der Kodes enthalten.

Kapitel 1 → 1-00 … 1-99 → Diagnostische Maßnahmen

Kapitel 3 → 3-03 … 3-99 → Bildgebende Diagnostik

Kapitel 5 → 5-01 … 5-99 → Operationen

Kapitel 6 → 6-00 … 6-00 → Medikamente

Kapitel 8 → 8-01 … 8-99 → Nichtoperative therapeutische Maßnahmen

Kapitel 9 → 9-20 … 9-99 → Ergänzende Maßnahmen

Aus historischen Gründen sind die Kapitelnummern lückenhaft.

Innerhalb der einzelnen Kapitel ist eine Struktur vorhanden, um die Fachgebiete in Gruppen, Kategorien und Subkategorien zu unterteilen:

  1. Kapitel
  2. Gruppe / Bereich
  3. Kategorie / 3-Steller
  4. Subkategorie / 4-Steller
  5. Subkategorie / 5-Steller
  6. Subkategorie / 6-Steller

 

Das Alphabet

Das Alphabet enthält die alphabetische Liste der Operationen und Prozeduren. Es sind nahezu alle Operationen und Prozeduren der Systematik darin zu finden. Ausgenommen sind Codes, deren Klassentexte unspezifische Angaben enthalten. Zusätzlich gibt es klinisch gebräuchliche Synonyme der über 34.000 Prozeduren Bezeichnungen, die nicht in der Systematik enthalten sind.

Der OPS-Katalog wird zusammen mit den Regelwerken Definitionshandbuch und Fallpauschalenkatalog auf der Online-Plattform reimbursement.info in dem Bereich „DRG Kataloge“ vereint und stellt die Interaktion dieser komplexen Regelwerke zueinander dar. Dies ist ein kostenloser Service des Reimbursement Institutes. Diese Informationsplattform erleichtert den inhaltlichen Austausch zwischen Leistungserbringern, Fachgesellschaften und Herstellern und vereinfacht die tägliche Kodierarbeit. Sie hilft das komplexe System transparenter, überschaubarer und zugänglicher zu machen.

 

 


Darstellung der ökonomischen Auswertung

Die Operationen- und Prozedurenschlüssel werden im Bereich „DRG Kataloge“ im Kontext zum G-DRG System Definitionshandbuch, mit den hier zugeordneten DRG Relevanzen sowie mit den DRG Detailinformationen des Fallpauschalenkataloges, wie Relativgewicht, Verweildauergrenzen etc. angezeigt. Dieser Dienst wird kostenlos durch das Reimbursement Institute zur Verfügung gestellt. Weiterhin trägt dieser Bereich Produktinformationen, welche im Verbund zum Operationen- und Prozedurenschlüssel als auch Diagnoseschlüssel angezeigt werden. Diese sind durch die Leistungserbringer, sprich Krankenhäuser kostenlos einsehbar. Hierfür ist eine Registrierung notwendig, die Nutzung ist in der Basisversion kostenfrei.

 

DRG Kataloge auf reimbursement.INFO in interaktiver als auch einfachen und verständlichen Darstellung