Die Dauer der maschinellen Beatmung (auch künstliche Beatmung, Beatmungsdauer) wird in Stunden angegeben. Gemäß der Definition der deutschen Kodierrichtlinien (DKR) müssen hierfür Gase mittels einer mechanischen Vorrichtung in die Lunge bewegt werden. Hierfür ist irrelevant ob es sich um eine verstärkende Unterstützung der eigenen Atemleistung oder der Ersetzung dieser handelt. Maschinell beatmete Patienten sind in der Regel intubiert oder tracheotomiert. Bei intensivmedizinisch versorgten Patienten kann eine maschinelle Beatmung auch über Mas­ken­systeme erfolgen, wenn diese an Stelle der bisher üblichen Intubation oder Tracheotomie eingesetzt werden.

 

Aktualisierung der DRK 2020 – Maschinelle Beatmung

Für das Jahr 2020 wurden umfangreiche Anpassungen in den speziellen Kodierrichtlinien vorgenommen, in welche auch das Kapitel 1001 – Maschinelle Beatmung fällt.

Die wesentlichste Neuerung besteht wohl darin, dass die Dauer der positiven Druckbeatmung über HNFC & HHNFC (< 6 mbar) bei Neugeborenen und Säuglingen, für die Ermittlung der Beatmungsdauer zu berücksichtigen ist. Als Neugeborene und Säuglinge gelten Patienten bis zum vollendeten 1. Lebensjahr. Die Dauer der Beatmung darf lediglich bei intensivmedizinisch betreuten Patienten erfolgen.

Für Patienten, die das 6. Lebensjahr vollendet haben, dürfen zur Berechnung von Beatmungsstunden nur Verfahren herangezogen werden, bei denen bei positiver Druckbeatmung eine Druckdifferenz zwischen Inspiration und Exspiration von mindestens 6 mbar besteht.

Weitere Informationen sowie Beispiele zur Berechnung der Beatmungsdauer können der Deutschen Kodierrichlinie 2020 ab Seite 105 entnommen werden.

 

 

Einteilung der Beatmungsdauer

Die Beatmungsdauer unterliegt klar definierten Regeln, welche ausführlich in den deutschen Kodierrichtlinien beschrieben sind. Etwa der Beginn oder das Ende einer Beatmung nach obiger Definition sind eindeutig beschrieben und festgelegt. Im Zuge der Groupierungsrelevanz spielt die Beatmungsdauer eine bedeutende Rolle.

So wird durch eine Langzeitbeatmung > 95 Stunden in jedem Fall eine der A-DRGs (auch Beatmungs-DRG) angesteuert, irrelevant welche Major Diagnostic Category (MDC) Zuordnung im Vorfeld über die Hauptdiagnose erfolgte. Innerhalb einer zuvor definierten Basis-DRG kann durch die Angabe der Beatmungsdauer auch der Schweregrad der DRG über den Ressourcenverbrauch verändert werden und zu einer Erlössteigerung führen.

Folgende Abstufungen der Beatmungsstunden sind im DRG Definitionshandbuch (Stand 2019) beschrieben, die z.T. nur in Interdependenzen zu anderen Zuordnungsmerkmalen groupierungsrelevant werden können:

 

 

Beatmungsdauer - Einteilung in Stunden

Einteilung der Beatmungsdauer in Stunden

 

 

  • > 24 Stunden
  • < 25 Stunden
  • > 48 Stunden
  • > 59 Stunden
  • > 59 und < 180 Stunden
  • > 72 Stunden
  • > 95 Stunden
  • > 120 Stunden
  • > 143 Stunden
  • > 143 und < 481
  • > 179 Stunden
  • > 240 Stunden
  • > 249 Stunden
  • > 263 Stunden
  • > 479 Stunden
  • > 480 Stunden
  • > 499 Stunden
  • > 999 Stunden
  • > 1799 Stunden

 


 

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