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NUB Antrag (Anfrage) – Grundlagen

 

Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (kurz NUB, geregelt in § 6 Abs. 2 KHEntgG) beinhalten Methoden sowie Vorgehensweisen von Untersuchungen und Behandlungen, die in dieser Form noch nicht auf dem Gesundheitsmarkt existieren. Sprich keine Abbildung in den Regelwerken der GKV finden. 

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Das NUB Anfrageverfahren

 

Klicken Sie sich durch die Verfahrensschritte und erhalten Sie umfassende Experteninformationen rund um das Thema NUB Anfrageverfahren.

Schon gewusst?

 

Als neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) bezeichnet man neuartige und innovative Arzneimittel, Medizinprodukte und Verfahren, die vom Krankenhaus, also stationär am Patienten angewendet werden können, bevor sie über Fallpauschalen oder Zusatzentgelte abrechenbar sind (KHEntgG).

Um neue Untersuchungs- und Behandlunsgmethoden in das G-DRG System einbinden zu können wurde erstmalig im Jahr 2005 das NUB Antragsverfahren eingeführt. Dazu können NUB Anträge beim Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) innerhalb eines bestimmten Zeitraums eingereicht werden.

Grundsätzlich unterliegen NUBs dem Wirtschaftlichkeitsgebot. Mehrkosten werden nur dann verhandelbar, wenn sie einen belegbaren Zusatznutzen aufweisen der als ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich angesehen wird. 

NUB für Medizinprodukte

Voraussetzung für einen NUB Antrag ist das abgeschlossene Zulassungsverfahren (CE) für Medizinprodukte. Mit Erlangung der CE-Kennzeichnung für medizintechnische Produkte ist es dem stationären Sektor möglich, diese Produkte einzusetzen. Hier gilt grundsätzlich immer die „Erlaubnis mit Verbotsvorbehalt. Gemeint ist hiermit, dass der Einsatz des Produktes im Ermessen des ärztlichen Personals möglich ist, solange der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dieses nicht explizit aus der Versorgung ausgeschlossen hat. Die Schaffung und Zulassung eines neuen Medizinproduktes ist mit vielen Kosten verbunden, die nun möglichst über einen regen Abverkauf wieder eingespielt werden sollen.

Die Preiskalkulation wird vom Medizinproduktehersteller vorgenommen. Die Höhe der Erstattung bemisst sich jedoch, ohne ein eingeleitetes NUB Verfahren, zunächst an den Kosten der bereits etablierten Vergleichstherapien. Diese sind zumeist günstiger als die kalkulierten Kosten für die neue Therapiemöglichkeit. Somit ist ein ökonomisch ausgewogener Einsatz im Krankenhaus oft nicht gegeben. Um die Beiträge der Versicherten stabil zu halten sind nur jene Verfahren als NUB Verfahren anzusehen, die einen belegbaren Mehr- oder Zusatznutzen in Abgrenzung zu etablierten Verfahren aufweisen. Dieser Mehr- oder Zusatznutzen wird ab 2016 auch für Verfahren mit Medizinprodukten hoher Risikoklassen durch den G-BA geprüft (§ 137h SGB V).

 

NUB für Arzneimittel

Bei Arzneimitteln sind bevorstehende Zulassung (EMA – idealerweise innerhalb eines halben Jahres nach Antragstellung), sowie deutliche Mehrkosten die nicht im G-DRG System abgebildet sind, essentielle Kriterien für eine Antragstellung. Auch hier gilt, es muss ein belegbarer Mehr- oder Zusatznutzen für die Patienten gegeben sein.

Wozu dient ein NUB Antrag (Anfrage)?

 

Das NUB Anfrageverfahren dient der Schließung der systemischen Lücke, die bis zur Einbindung von innovativen medizinischen Produkten in das G-DRG System besteht. Diese dauert in der Regel drei Jahre. Einreichende Krankenhäuser müssen die so genannten NUB Entgelte für die neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode in den jährlichen Budgetverhandlungen aufnehmen, insofern der Antrag durch das InEK mit einem entsprechenden Status bewertet wurde.

Dies kann im Rahmen der jährlichen Budgetverhandlung erfolgen, aber auch in einer isolierten NUB Verhandlung, z.B. gleich Anfang des Jahres. NUB Entgelte sind außerbudgetär und stellen für die Krankenhäuser die Möglichkeit zusätzlicher, sogenannter extrabudgetärer Erlöse dar.

 

 

Wer darf NUB Anfragen beim InEK einreichen?

 

Seit Einführung des Verfahrens im Jahr 2005 obliegt es ausschließlich den Leistungserbringern, NUB Anfragen für innovative Verfahren ohne sachgerechte Vergütung an das InEK zu stellen.

Nur diejenigen Leistungserbringer, welche innerhalb der definierten Frist eine NUB Anfrage für eine neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode eingereicht haben, können bei positiver Beantwortung (Status 1 oder 4) in die abschließenden Entgeltverhandlungen mit den Kostenträgern auf Landesebene treten.

 

 

Antragsfristen des NUB Verfahrens

 

Die Anfrage muss jährlich von Anfang September bis zum 31. Oktober durch die Leistungserbringer, welche das neue Verfahren zu Einsatz bringen möchten, über das InEK Datenportal eingereicht werden.

Bei wiederholter Anfragestellung zu einer NUB aus dem Vorjahr, sollte die Veröffentlichung des Fallpauschalenkataloges abgewartet werden. Denn ist die neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode im aktualisierten Fallpauschalenkatalog in Form eines Zusatzentgeltes aufgeführt, so erübrigt sich eine erneute Anfrage. Am Anfang des Folgejahres (Ende Januar- Anfang Februar) werden die angefragten Anträge unter Angabe des Status und der Anzahl vom InEK veröffentlicht.

 

NUB Antrag Zeitverlauf
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