Das G-DRG-System, mit allen dazugehörigen Komponenten, steht für die Vergütung der Betriebskosten im Krankenhaus. Die Erstattung erfolgt über intrabudgetäre prospektiv vereinbarte Budgets, die aus G-DRGs und Zusatzentgelten bestehen. Neben dieser intrabudgetären Erstattung sind weitere extrabudgetäre Einnahmen über z. B. NUB Entgelte oder Wahlleistungen möglich.

Das G-DRG-System wurde nun um einen wesentlichen Aspekt der Betriebskosten entledigt. Die Pflege am Bett wurde in einem sehr aufwendigen Prozess herausgelöst. Nun firmiert es unter der Bezeichnung „aG-DRG-System“!

 

Berechnung G-DRG ab 2020 unter aG-DRG und Pflegebudget

Gemäß des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes (PpSG) wurde die Pflege am Bett aus der Finanzierung über G-DRGs herausgenommen. Die Erstattung erfolgt ab 2020 über ein Pflegebudget per Selbstkostendeckungsprinzip.

Vom G-DRG-System zum aG-DRG-System

Das aG-DRG-System löst zum 01. Januar 2020 also das bisherige G-DRG-System ab. Das „a“ steht hierbei für „ausgegliedert“.

Für das Jahr 2020 wurde der Fallpauschalenkatalog um den Pflegeerlöskatalog erweitert und die Bezeichnung auf „aG-DRG-Katalog“ geändert. Im Vergleich zum G-DRG-Katalog 2019 wurde der Gruppierungsalgorithmus nicht verändert. Die einzige Änderung liegt in der nun deutlich reduzierten Höhe der Bewertungsrelation (Relativgewicht) je aG-DRG. Diese ergibt sich aus der Ausgliederung der Pflegepersonalkosten.

Dieser umfassende Einschnitt in die bisherige Vergütung der Krankenhaus-Betriebskosten wurde durch die Regelungen im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) nötig.

Ab dem 01. Januar 2020 wird nun durch jedes Krankenhaus ein individuelles Pflegebudget (voraussichtliche vereinbarte Pflegepersonalkosten – siehe Schaubild) nach dem Selbstkostendeckungsprinzip vereinbart. Dieses Pflegebudget wird dann im Laufe des Jahres durch die Pflegekostenerlöse je G-DRG abgerufen. Der Punktwert „Pflegeerlösbewertungsrelation / Tag“ ist im Fallpauschalenkatalog 2020 in einer separaten Spalte je Haupt- und Belegabteilung sowie teilstationär aufgeführt.

Der Pflegeentgeltwert beträgt bis zur Verhandlung des krankenhausindividuellen Pflegebudgets 146,55 €.

 

Berechnungsbeispiele zum Pflegekostenerlös 2020

Berechnungsschritte für den Pflegeerlös je DRG ab 2020. Ab 2020 wird die Pflege am Bett über das Selbstkostendeckungsprinzip erstattet.

 

Berechnung des Pflegeentgeltes

 

Berechnungsbeispiel Vergütung der C06Z für das Jahr 2020:

RG = 0,748 x Bundesbasisfallwert = 3.679,62 €

-> 2.752,36 € für Betriebskosten ohne Pflege aus aG-DRG

Zzgl. Pflegepersonalvergütung nach dem Selbstkostendeckungsprinzip, also nach tatsächlichen Kosten.

 

Annahme 3 Verweildauertage 

Pflegeerlösbewertungsrelation = 0,6879 pro Tag x 146,55 €

-> 302,43 € für Pflegekosten aus PpSV

Total: 3.048,47 €

 

Annahme 4 Verweildauertage 

Pflegeerlösbewertungsrelation = 0,6879 pro Tag x 146,55 €

-> 401,73 € für Pflegekosten aus PpSV

Total: 3.147,77 €

 

Das aG-DRG-System startet mit weniger DRGs

 

Mit der Ausgliederung der Pflegepersonalkosten wurden insgesamt 32 G-DRGs gestrichen. Der Grund hierfür liegt in dem nun fehlenden Kostenunterschied in insgesamt 15 DRGs. Zudem wurden zur Vermeidung einer Schlechterstellung 17 weitere Kinder-DRGs gestrichen. Gleichzeitig wurden für eine sachgerechte Vergütung 6 neue DRGs geschaffen. Somit hat sich die Anzahl der DRGs von 1.318 (2019) um 26 DRGs (netto) auf 1.292 im Jahr 2020 reduziert.

 

Wie viele G-DRGs (Fallpauschalen) hat das deutsche System?

Eine Übersichtsgrafik der Anzahl der Fallpauschalen in Deutschland seit 2003. Mit Ausgliederung der Pflege ist erstmals seit 2014 wieder ein Rückgang der Fallpauschalen zu verzeichnen. Ab 2020 wird das G-DRG-System als aG-DRG-System bezeichnet.


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