Ein Zusatzentgelt trägt seinen Namen, weil es zusätzlich zur Fallpauschalenvergütung über das G-DRG System für stationär erbrachte Krankenhausleistungen durch die Kostenträger vergütet wird. Diese Entgelte werden üblicherweise über eine OPS Codierung angesteuert. Gelistet sind sie im Fallpauschalenkatalog (FPK), welcher jährlich durch das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) fortgeschrieben wird. Zusatzentgelte werden in den jährlichen Budgetverhandlungen zwischen Krankenhäusern und Kostenträgern in Bezug auf deren geschätzte Anzahl verhandelt. Handelt es sich um ein sogenanntes unbepreistes ZE, so ist neben der zu erwartenden Menge zusätzlich die Höhe des Entgeltes zu verhandeln.

 

 

Zusatzentgelt – Kriterien für die Aufnahme in den FPK

 

Das InEK hat für die Aufnahme eines Verfahrens oder einer Medikation in die Liste der Zusatzentgelte folgende Voraussetzungen formuliert:

  • Das Verfahren oder der Medikation muss in mehreren DRGs auftreten.
  • Die Leistung muss genau definierbar sein sowie ein eindeutiges Identifikations- und Abrechnungsmerkmal tragen.
  • Das Verfahren muss sporadisch auftreten und darf keine feste Zuordnung zu einer DRG aufweisen.
  • Es müssen Kosten in relevanter Höhe verursacht werden.
  • Es muss eine strukturelle Schieflage bei der Leistungserbringung erzeugt werden.

 

Grundlage für die Auswahl der zu untersuchenden Leistungen:

  1. Hinweise aus dem Vorschlagsverfahren
  2. InEK eigene Erkenntnisse
  3. Bereits in die Anlagen 2 bzw 4 der FPV aufgenommene Leistungen

 

 

Warum variiert der Preis oder fallen Zusatzentgelte weg?

 

Die Höhe der bepreisten Zusatzentgelte variiert jährlich. Der Grund hierfür sind Preisschwankungen am Markt, die durch die jährliche Kalkulationsarbeit des InEK erkannt werden und somit den Erstattungspreis für das jeweilige Jahr festlegen. Ist der Preisverfall signifikant, z.B. durch starke Wettbewerbssituationen in der Medizintechnikindustrie, kann ein gelistetes Zusatzentgelt aus dem Fallpauschalenkatalog entfernt werden. Ebenso verhält es sich für Arzneimittel, die nach dem Auslauf des Patentschutzes mit Generika in den Wettbewerb treten. Für unbepreiste Zusatzentgelte gilt, dass erst dann ein Preis festgelegt werden kann, wenn sich eine Preisstabilität erkennen lässt. Während bei Pharmapräparaten der Preis durch das AMNOG Verfahren festgesetzt wurde und sich diese Produkte daher direkt als bepreistes Zusatzentgelt wiederfinden, stabilisiert sich der Preis für Medizintechnikprodukte oftmals erst nach Jahren und verweilt daher zunächst in der Liste der unbepreisten Zusatzentgelte

 

 

Bepreiste und unbepreiste Zusatzentgelte

 

Ein bepreistes Zusatzentgelt ist im Fallpauschalenkatalog Anlage 2 und 5, ein unbepreistes Zusatzentgelt in der Anlage 4 und 6 aufgeführt. Der Verlauf der Höhe eines bepreisten Zusatzentgeltes kann im Zeitverlauf auf der Plattform reimbursement.INFO eingesehen werden. Ebenso werden hier die zur Ansteuerung notwendigen Prozeduren (OPS) kostenfrei im Bereich G-DRG Kataloge angezeigt.

 

 

Beispiel-Zusatzentgelt ZE10 - bepreist

Darstellung eines beispielhaften, bepreisten Zusatzentgeltes. Hier: ZE10 Künstlicher Blasenschließmuskel

 

 

Anzahl der Zusatzentgelte

 

Das folgende Schaubild zeigt die Anzahl der bepreisten sowie unbepreisten Zusatzentgelte vom Jahr 2003 bis heute.

 

 

Zusatzentgelt - bepreist und unbepreist

Anzahl und Entwicklung der bepreisten und unbepreisten Zusatzentgelte von 2003 bis heute

 


 

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