Die Weiterentwicklung des G-DRG Systems basiert auf den Daten der Krankenhäuser aus ganz Deutschland, die ihre Informationen an das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) übermitteln. Kalkulationskrankenhäuser spielen dabei eine wesentliche Rolle in Bezug auf die Kosten und Erlöse einer G-DRG. Sie liefern die tatsächlich angefallenen Kosten für die einzelnen Fallpauschalen. Anfang des Jahres 2017 gab es 242 Kalkulationskrankenhäuser in Deutschland. Die auswertbare Fallmenge betrug ca. 3,7 Mio. Fälle.

 

 

Wie wird man Kalkulationskrankenhaus?

 

Grundsätzlich kann jedes Krankenhaus, dass die in der Kalkulationsvereinbarung genannten Voraussetzungen erfüllt, Kalkulationskrankenhaus werden. Die Teilnahme ist freiwillig. Es genügt, die unterschriebene Vereinbarung in zweifacher Ausführung inkl. der ausgefüllten Anlagen an das InEK zu senden. Nach Überprüfung und Gegenzeichnung durch das Institut erhält das interessierte Krankenhaus die Kalkulationsvereinbarung zurück.

 

 

Erhöhung der Repräsentativität

 

Bis zum Jahr 2016 war die Teilnahme an der Kalkulation für alle Krankenhäuser freiwillig. Die Anzahl der Krankenhäuser, die sich zur Teilnahme an der Kalkulation anmeldeten, war den Gesetzgebern jedoch zu gering. Eine repräsentative Kostenabbildung der Krankenhauslandschaft in Deutschland war nicht ausreichend gegeben. Daher haben die Vertragsparteien auf Bundesebene eine Vereinbarung zur Erhöhung der Repräsentativität geschlossen.

Demnach erfolgt eine Verpflichtung zur Teilnahme für eine Auswahl an Krankenhäusern. Diese Auswahl wird durch Losziehung durch das InEK getroffen und ist auf 40 Teilnehmer für den Entgeltbereich DRG begrenzt. Die Verpflichtung zur Kalkulationsteilnahme besteht für drei Jahre. Im Jahr 2017 wurde eine weitere Losziehung durchgeführt. In dieser zweiten Runde wurden weitere 20 Krankenhäuser für den Entgeltbereich DRG zur Teilnahme an der Kalkulation verpflichtet.

 

 

 

Anzahl Kalkulationskrankenhäuser - 2002 bis 2017

Anzahl der Kalkulationskrankenhäuser in Deutschland

 

 

Datenerhebung der Kalkulationskrankenhäuser

 

Krankenhäuser, die sich für eine Teilnahme an der Kalkulation entschieden haben, verfolgen das Ziel der Gewinnung und Qualitätssicherung der erforderlichen Datengrundlagen für die Pflege und Weiterentwicklung des G-DRG Systems. Kalkulationskrankenhäuser übermitteln dem InEK Kalkulationsdatensätze, Informationen zur Kalkulationsgrundlage, Leistungsinformationen, Verfahrensinformationen und andere ergänzende Daten.

  • Kalkulationsdatensatz
    • Der Kalkulationsdatensatz beinhaltet alle Daten zu den fallbezogenen Leistungen sowie die fall- bzw. tagesbezogenen Kostendaten.
  • Informationen zur Kalkulationsgrundlage
    • Die Informationen zur Kalkulationsgrundlage beinhalten krankenhausbezogene Strukturdaten sowie Angaben zur Kalkulationsbasis auf Ebene der Kosten, Leistungen und Verfahren.
  • ergänzende Datenbereitstellung
    • Die ergänzende Datenbereitstellung beinhaltet fall- bzw. tagesbezogene Kosten- und Leistungsdaten für spezialisierte und kostenträchtige Leistungen.
  • zusätzliche Leistungsinformationen
    • Die ergänzenden Leistungsinformationen beinhalten fallbezogene Leistungsdaten, die über den Kalkulationsdatensatz hinaus gehen.
  • ergänzende Verfahrensinformationen
    • Die ergänzenden Verfahrensinformationen beinhalten standardisierte Daten zur Optimierung des Betreuungsprozesses während der Kalkulationsphase.

Die Daten werden von den einzelnen Krankenhäusern für ein abgeschlossenes Kalenderjahr (Datenjahr) für alle in diesem Kalenderjahr entlassenen Fälle erhoben. Im auf das Datenjahr folgenden Kalenderjahr (Datenlieferungsjahr) werden die Daten an bis zum 31. März das InEK übermittelt. Auf Basis dieser Daten erstellt das InEK wiederum nach Überprüfung der Datenvalidität auf Plausibilität und Konformität das Kalkulationshandbuch.

 

 

Kostendaten der Kalkulationskrankenhäuser gem. § 17b KHG

Systematik der Kalkulationskrankenhäuser – Datenlieferung von Kostendaten

 

 

Vergütung für Datenübermittlung

 

Kalkulationskrankenhäuser erhalten für die Übermittlung ihrer Datensätze an das InEK eine pauschalierte Vergütung. Die Vergütung setzt sich wie folgt zusammen:

  • jährliche Grundvergütung
    • Die jährliche Grundvergütung beträgt 14.000 €.
  • variable Vergütung in Abhängigkeit von Anzahl und Qualität der übermittelten Datensätze
    • Die Basis der pauschalierten Vergütung ist der Zuschlagsanteil „Kalkulation“ des DRG Systemzuschlags. Dieser liegt für das Jahr 2019 bei 1,32 €.
    • Die Höhe der variablen Vergütung richtet sich nach der Zahl der übermittelten Datensätze. Das zur Verfügung stehende Finanzierungsvolumen wird nach einem Gewichtungsschema auf die insgesamt zu vergütenden Datensätze verteilt:
      • Kalkulationsdatensatz, vollstationär, G-DRG System, je Fall: 1,00
      • Kalkulationsdatensatz, teilstationär, G-DRG System, je Tag: 0,18
      • Kalkulationsdatensatz, PEPP-System, je Tag: 0,22
      • Datensatz ergänzende Datenbereitstellung, je Fall: 0,75
  • Zuschlag für Langzeitqualität (LZQ-Zuschlag) bei mehrjähriger, ununterbrochener Teilnahme an der Kalkulationserhebung
    • ab 5 Jahre Teilnahme: 4.000 €
    • ab 11 Jahre Teilnahme: 7.000 €

Für die Gewährung der pauschalierten Vergütung ist die fristgerechte Lieferung aller Daten und das Erreichen der Qualitätsanforderungen erforderlich. Dabei haben Krankenhäuser nur dann einen Anspruch auf Vergütung, wenn eine Mindestanzahl an Kalkulationsdatensätzen bis zum 24. Mai des Datenlieferungsjahres vom InEK akzeptiert worden ist (Akzeptanzquote). Die Akzeptanzquote liegt für das Datenlieferungsjahr 2017 für das G-DRG System bei 85%, für das PEPP-System ebenfalls bei 85%.

Das Unterschreiten der Akzeptanzquote hat zur Folge, dass sämtliche Ansprüche auf Vergütung für das entsprechende Datenjahr entfallen.

Weitere Regelungen sind in der Kalkulationsvereinbarung des InEK zu finden.

 

 

Wer ist Kalkulationskrankenhaus?

 

Einen Einblick in die Kliniklandschaft Deutschlands inkl. der Auflistung aller Kalkulationskrankenhäuser finden Sie im Klinik Guide auf reimbursement.INFO.

 

Online Plattform reimbursement.INFO

 


 

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