Mit Inkrafttreten des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) ging auch die Einführung der Sachkostenkorrektur einher. Diese Korrektur bezieht sich auf die Sachkostenanteile einer Diagnosis Related Group (DRG) und soll der vermeintlichen Übervergütung der Sachkosten zugunsten der Personal- und Infrastrukturkostenanteile entgegenwirken.

 

Gründe und Ziele für die Einführung der Sachkostenkorrektur

Gründe

Laut Gesetzgeber existierte in Deutschland ein Missverhältnis zwischen den Personal-, Sach- und Infrastrukturkosten innerhalb der Vergütung über eine Fallpauschale. Es lag scheinbar eine Übervergütung der Sachkostenanteile vor, die zu Fehlanreizen bezüglich der Leistungserbringung führen konnte.

Weiterhin bliebe bei der Ermittlung der Kosten und Bewertungsrelationen die Kalkulationslücke unberücksichtigt. Diese zweijährige Lücke entsteht durch die Erhebung der Daten im Datenerhebungsjahr (z. B. 2019) und die Veröffentlichung der Daten im Anwendungsjahr (z. B. 2021). Steigende Personalkosten und sinkende Sachkosten werden somit nicht real abgebildet.

Zudem gebe es eine sog. Hebelwirkung bei der Abrechnung der Krankenhäuser mit den Kostenträgern durch den Basisfallwert. Dieser höher liegende Wert, multipliziert mit der Bewertungsrelation, bringt den Krankenhäusern mehr Geld und entspricht nicht mehr den tatsächlich entstandenen Kosten.

Aufgrund dessen hat der Gesetzgeber sich für eine Korrektur der Sachkostenanteile zugunsten der Personal- und Infrastrukturkosten entschieden.

 

Ziele

Das Ziel der Sachkostenkorrektur ist der Abbau der vermeintlichen Übervergütung der Sachkostenanteile. Dabei steht eine Umverteilung der Kostenanteile bei gleichbleibendem DRG Erlös im Fokus: Die höheren Sachkostenanteile sollen abgesenkt werden und die Personal- sowie Infrastrukturkostenanteile sollen aufgewertet werden.

Dafür haben die Selbstverwaltungspartner auf Bundesebene zusammen mit dem Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) ein Konzept entwickelt. Die Umsetzung des Konzepts erfolgt zu 50 % im Jahr 2017 und zu 60 % seit dem Jahr 2018.

 

Grobe Darstellung des Konzepts der Sachkostenkorrektur gemäß Krankenhausstrukturgesetz (KHSG)

Die Sachkostenkorrektur – Umverteilung der Vergütung der Sachkostenanteile auf die Personal- und Infrastrukturkosten

 

Umsetzung der Sachkostenkorrektur

Die Sachkostenkorrektur ist ein aktiver Eingriff in das sich sonst selbst regulierende G-DRG System. Der Eingriff bezieht sich konkret auf die Berechnung der Bewertungsrelation einer Fallpauschale, die auf den Ist-Kosten der Kalkulationskrankenhäuser beruht. Während die durchschnittlichen Gesamtkosten einer DRG ursprünglich durch die InEK Bezugsgröße dividiert wurden, um eine Fallgewichtung zu erzielen, wurde mit Einführung der SKK eine neue Berechnung implementiert.

 

Werte zur Berechnung

Seit dem Jahr 2017 werden diverse Parameter zur Berechnung der SKK von InEK im jährlichen Turnus veröffentlicht. Folgende Parameter sind gemäß der rechtlichen Vereinbarung zu verwenden:

  • Berech60
    • Der Berech60-Wert ist ein monetärer Wert, der für die Berechnung der Bewertungsrelation der Sachkostenanteile einer DRG verwendet wird.
    • Berech60 = (geschätzter Bundesbasisfallwert + InEK Bezugsgröße) x 0,6
    • Für das Jahr 2021 liegt dieser Wert bei 3.510,79 €.
  • Bezugsgröße
    • Die Bezugsgröße wird jährlich vom InEK im Abschlussbericht zur Weiterentwicklung des G-DRG Systems veröffentlicht.
    • Für das Jahr 2021 liegt dieser Wert bei 3.284,50 €.
  • Bundesbasisfallwert (BBFW)
    • Der BBFW wird jährlich neu gemäß § 10 Abs. 9 Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) festgelegt.
    • Für das Jahr 2021 liegt dieser Wert bei 3.747,98 €.
  • geschätzter Bundesbasisfallwert
    • Der geschätzte BBFW ist angelehnt an den tatsächlichen BBFW. Bei der Berechnung und Veröffentlichung des Fallpauschalen-Katalogs steht der aktuelle BBFW noch nicht zur Verfügung, weshalb das InEK diesen Schätzwert verwendet.
    • Für das Jahr 2021 liegt dieser Wert bei 3.661,65 €.
  • Korrekturwert
    • Der Korrekturwert ist ein monetärer Wert, der für die Berechnung der Bewertungsrelationen der Personal- und Infrastrukturkostenanteile einer DRG verwendet wird. Dieser Wert wird jährlich neu vom InEK herausgegeben.
    • Für das Jahr 2021 liegt dieser Wert bei 3.216,20 €.
  • Kostenmatrix
    • Die Kostenmatrix repräsentiert die durchschnittlichen Kosten der Kalkulationskrankenhäuser und bildet die Grundlage für die Berechnung der Bewertungsrelation(en).

 

Berechnung der Bewertungsrelationen

1. Berechnung der Bewertungsrelation der einzelnen Kostenanteile aus Personal-, Infrastruktur- und Sachkosten (Teilwerte).

Bewertungsrelation Personal- und Infrastruktur = Kosten ÷ Korrekturwert
Bewertungsrelation Sachkosten = Kosten ÷ Berech60

 

2. Die Berechnung der Bewertungsrelation einer DRG ergibt sich aus Summierung der zuvor berechneten Bewertungsrelation-Teilwerte aus Personal-, Infrastruktur- und Sachkosten.

Bewertungsrelation DRG = BWR Personalkosten + BWR Sachkosten + BWR Infrastrukturkosten

 

Darstellung der Berechnung der Bewertungsrelation der Beispiel-DRG L13A unter Berücksichtigung der Sachkostenkorrektur

Beispielhafte Berechnung der Bewertungsrelation der L13A mit Sachkostenkorrektur

 


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