Als NUB (neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, geregelt in § 6 Abs. 2 KHEntgG) bezeichnet man Therapieformen, welche neu in den Gesundheitsmarkt eingeführt wurden (= Innovationen) und somit noch nicht sachgerecht über das G-DRG System abgerechnet werden können.

 

 

Allgemeine Informationen

 

Jedes Jahr kommen zahlreiche Innovationen der Pharma- und Medizintechnikbranche auf den Markt, die aufgrund ihrer Neuartigkeit noch keine sachgerechte Vergütung über das G-DRG System besitzen. Um eine Vergütung von innovativen Verfahren zu erlangen, bedarf es daher einer Regulierung des Systems mit folgenden Prozessschritten:

  1. Einführung einer neuen Therapieform
  2. Einführung eines neuen Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) ⇒ OPS Vorschlagverfahren
  3. Verwendung des individuellen OPS in dem entsprechenden Datenjahr
  4. Kalkulation der Vergütung über Fallpauschalen oder Zusatzentgelte

Der gesamte Prozess erstreckt sich auf ein Minimum von drei Jahren, bis eine Vergütung erreicht wird. Um diese sogenannte „Innovationslücke“ zu schließen, hat der Gesetzgeber in § 6 Abs. 2 KHEntgG die Verhandlung von NUB Entgelten ermöglicht. Leistungserbringer/Krankenhäuser haben somit die Möglichkeit, eine temporäre Vergütung für noch nicht vergütete innovative Leistungen zu erlangen.

 

 

Timetable German Reimbursement

Der Reimbursement Prozess des G-DRG Systems im Zeitverlauf

 

 

NUB Entgelte

Gesetzliche Grundlage

 

Das NUB-Antragsverfahren zur Erlangung von NUB Entgelten wurde erstmalig 2005 eingeführt und realisiert seither außerbudgetäre, zeitlich befristete, fallbezogene Entgelte nach § 4 Abs. 2 KHEntgG (Vereinbarung eines Erlösbudgets). Diese sog. NUB Entgelte gelten für Leistungen, die noch nicht sachgerecht über Fallpauschalen und Zusatzentgelte vergütet werden können und die nicht gemäß § 137c SGB V von der Finanzierung ausgeschlossen wurden.

  • außerbudgetär
    • Jedes Jahr wird ein prospektives, leistungsorientiertes Erlösbudget gemäß § 4 Abs. 2 KHEntgG ermittelt. Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Leistungen (Art und Menge) mit der jeweils dafür gültigen Entgelthöhe multipliziert. NUB Entgelte können zusätzlich zu diesem Budget verhandelt werden und sind demnach als außerbudgetär (außerhalb des verhandelten Budgets) zu bezeichnen.
  • zeitlich befristet
    • Zeitlich befristet bedeutet in diesem Kontext, dass die Anträge für die geplanten, anzuwendenden neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden jährlich neu einzureichen sind. Sie sind auf ein Jahr befristet und gelten ausschließlich für das jeweils beantragende Krankenhaus. Vor der Einreichung, spätestens bis zum 31. Oktober eines jeden Jahres, ist zu prüfen, ob sich das zu beantragende Verfahren bereits im G-DRG System abbilden lässt.
  • fallbezogene Entgelte
    • Die Entgelte müssen sachgerecht kalkuliert werden. Sie richten sich nach den entsprechenden Fällen, deren Vergütung und entsprechenden Zusatzaufwendungen.

 

 

NUB-Antragsverfahren

Antragstellung und Überprüfung

 

Für die Erlangung von NUB Entgelten werden jährlich im Zeitraum von Anfang September bis zum 31. Oktober NUB Anträge beim Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) eingereicht. Dazu müssen verschiedene Abfragepunkte valide ausgefüllt werden. Das Institut überprüft die Anträge und vergibt für jede angefragte Methode einen Status.

Insofern die Überprüfung des InEK ergibt, dass keine sachgerechte Vergütung besteht, erhält die Methode den Status 1. Einreichende Krankenhäuser (Leistungserbringer) können in diesem Fall im darauffolgenden Jahr in die Entgeltverhandlungen mit den Kostenträgern treten. Nicht relevant ist hierbei die Art der Methode.

Statusvergabe:

  • Status 1
    • Die angefragte Methode/Leistung erfüllt die Kriterien der NUB-Vereinbarung. Für diese Methode/Leistung ist gemäß § 1 Abs. 1 der NUB-Vereinbarung die Vereinbarung eines krankenhausindividuellen NUB-Entgelts zulässig.
  • Status 2
    • Die angefragte Methode/Leistung genügt den Kriterien der NUB-Vereinbarung nicht. Für diese Methode/Leistung ist gemäß § 1 der NUB-Vereinbarung die Vereinbarung eines krankenhausindividuellen NUB-Entgelts nicht zulässig.
  • Status 3
    • Die Anträge für angefragte Methode/Leistung konnten innerhalb der gesetzten Frist nicht vollständig bearbeitet werden.
  • Status 4
    • Die übermittelten Informationen zur angefragten Methode/Leistung waren unplausibel oder nicht nachvollziehbar. Somit liegen keine Informationen nach § 6 Abs. 2 KHEntgG vor. In begründeten Einzelfällen können krankenhausindividuelle Entgelte vereinbart werden.

 

Die Ergebnisse der Überprüfung der letzten Jahre finden Sie unter NUB Nutzenbewertung.

 

 

Überprüfung von NUB Anträgen und Statusvergabe

Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden – Status für NUB Anträge

 

 

NUB Antrag schreiben

 

Alle Informationen zur Erstellung eines NUB Antrags finden Sie unter NUB-Antrag erstellen!

 

 

Kreisgrapik NUB Börse

Der NUB Antrag mit spezifischen Merkmalen zum Produkt

 

 

§ 137h SGB V (Frühe Nutzenbewertung für Medizinprodukte)

 

Das am 23. Juli 2015 verabschiedete GKV-Versorgungsstärkungsgesetz beinhaltet die Rechtsnorm § 137h SGB V. Diese hat den Weg der Einführung von Innovationen in den stationären Leistungssektor erheblich verändert. Für alle NUB-Anfragen, welche nach dem 01.01.2016 in den GKV Leistungskatalog aufgenommen werden sollen, ist neben dem NUB Verfahren des InEK zu prüfen, ob die neue Methode den Kriterien nach § 137h SGB V unterliegt. Dieser Paragraph regelt die Medizinproduktemethoden-Bewertung neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden mit hoher Risikoklasse und wird parallel zum NUB Verfahren durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) durchgeführt.

Nicht betroffen hiervon sind:

  • NUB Vorlagen, welche vor dem 01.01.2016 an das InEK versandt und bestätigt wurden
  • Schrittinnovationen (mit Orientierung an vorhandenen Prozeduren)
  • Methoden, welche vor dem 23. Juli 2015 einen spezifischen OPS nachweisen können.

Weiterführende Informationen zum § 137h SGB V

Im Falle von Unsicherheiten bietet der G-BA eine kostenfreie und rechtsverbindliche Beratung an. Diese gibt Aufschluss darüber, ob die Methode den Voraussetzungen nach § 137h SGB V entspricht.

 


 

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