Ökonomiemodell

 

Bei der Erstellung von Ökonomiemodellen werden mögliche Behandlungspfade in Bezug auf deren ökonomischen Aufwand beschrieben. Neue Verfahren werden, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, über NUB Entgelte finanziert, bis sie in das G-DRG System eingegliedert werden können. Für neue Verfahren, die signifikante innerklinische Kosteneinsparungen ermöglichen, erfolgt die Refinanzierung über eben diese Merkmale. Hier gilt das Prinzip des Besseren. Neue vergleichbare Therapieoptionen lösen somit etablierte, ökonomisch schlechtere, ab. 

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Wirtschaftlichkeitsgebot gemäß § 12 SGB V

„Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen.“

Voraussetzungen

Lässt sich validiert nachweisen (Studien erforderlich), dass ein Verfahren einen zusätzlichen Nutzen z. B. in Form von Liegedauerverkürzung oder Komplikationsratenverminderung in Abgrenzung zur Vergleichstherapie birgt, so lässt sich dies in einem Ökonomiemodell darstellen.

Wann sinnvoll?

Neue oder verbesserte Therapieansätze sind in der Regel mit höheren Kosten verbunden. Lassen sich diese Kosten innerklinischen Benefits entgegenstellen, kann die Darstellung des Einsparpotential über ein Ökonomiemodell sinnvoll sein, um den Markteintritt zu erleichtern. Merke: Einsparpotential, in Form von Liegedauerreduktion oder Reduktion von peri- oder postoperativen Komplikationen, reduziert die Kostenabweichung und kann, je nach Ausprägung, der Grund für die nicht Verhandelbarkeit von NUB Leistungen sein. Wenn die Einsparung den Kosten gegenübergestellt wird, ist die Unterfinanzierung in der zugrundeliegenden Fallpauschale ggf. nicht mehr signifikant. Die Voraussetzung für das NUB Anfrageverfahren somit nicht erfüllt.