NUB Bewertung

 

Der Einsatz innovativer Verfahren im Krankenhaus hängt maßgeblich davon ab, ob ein NUB Entgelt verhandelt werden kann. Das InEK vergibt nach Prüfung der sachgerechten Vergütung einen Status für jedes eingereichte Verfahren. Parallel zum NUB Antragsverfahren durch das InEK gibt es seit 2016 eine frühe Nutzenbewertung für Hochrisikoprodukte durch den G-BA. Zudem werden alle positiv bewerteten NUB einer Kurzbegutachtung durch den MDS unterzogen. Diese Gutachten werden bei der Entgeltverhandlung zwischen Kostenträgern und Leistungserbringern herangezogen.

Das NUB Antragsverfahren

 

Klicken Sie sich durch die Verfahrensschritte und erhalten Sie umfassende Experteninformationen rund um das Thema NUB Antragsverfahren.

NUB Entgeltverhandlung mit den Kostenträgern

 

Nur diejenigen Krankenhäuser, welche innerhalb der definierten Frist einen NUB Antrag für die neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode eingereicht haben, können in die abschließenden Entgeltverhandlungen mit den Kostenträgern auf Landesebene treten.

Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Antrag seitens des InEK mit einem entsprechenden Status versehen wurde. Das genehmigte NUB Entgelt ist für jeweils ein Jahr gültig und muss jährlich bis zur Einbindung in das G-DRG System neu beantragt und verhandelt werden.

Merke: Eine positive Bewertung der neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethode führt nicht automatisch zum Verhandlungserfolg zwischen Leistungserbringer und Kostenträger (Krankenkasse). Die CE-Kennzeichnung (Mindestkriterium für die Erschließung des Krankenhausmarktes) sowie die Bewertung der sachgerechten Vergütung durch das InEK, belegen nicht die Evidenz der neu einzuführenden Behandlungsmethode!

 

 

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Überprüfung und Statusvergabe durch das InEK

 

Die Bewertung der eingereichten NUB Anträge wird seitens des InEK bis zum Ende des Jahres vorgenommen und mit einem Status versehen. Die Veröffentlichung dieser geschieht im Januar des Folgejahres.

Das InEK vergibt folgende Status für alle fristgerecht eingegangenen Anträge:

 

Status 1: Angefragte Methoden/Leistungen, welche die Kriterien der NUB Vereinbarung der Vertragsparteien erfüllen.

Klartext: Das Krankenhaus kann nun in die Verhandlungen mit den Kostenträgern treten. Die Höhe des Entgeltes ist individuell und hängt nicht zuletzt vom Verhandlungsgeschick des Krankenhauses ab. Teilweise führen die Verhandlungen zu keinem Ergebnis, so dass der Einsatz des Produktes trotz des Status 1 durch dieses nicht vergütet wird.

 

Status 2: Angefragte Methoden/Leistungen, welche die Kriterien der NUB Vereinbarung der Vertragsparteien nicht erfüllen.

Klartext: Die Voraussetzungen für Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden wurden nicht erfüllt. Gründe hierfür können sein, dass der Inhalt der Beantragung bereits über das G-DRG System erfolgt, oder der Gegenstand der Beantragung nicht „neu“ ist. Eine Verhandlung mit den Kostenträger ist somit ausgeschlossen.

 

Status 3: Angefragte Methoden/Leistungen, die innerhalb der festgesetzten Frist nicht vollständig bearbeitet werden konnten und für die daher keine Informationen nach § 6 Abs. 2 KHEntgG vorliegen.

Klartext: Die vollständige Überprüfung und Bewertung der angefragten Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden konnte nicht im vorgegebenen Rahmen abgeschlossen werden. Krankenhausindividuelle Entgelte können zwischen Leistungserbringern und Kostenträger verhandelt werden.

 

Status 4: Die mit der Anfrage gemäß § 6 Abs. 2 KHEntgG übermittelten Informationen haben die Kriterien der NUB-Vereinbarung zur Bewertung der
angefragten Methode/Leistung im Sinne des Verfahrens nicht ausreichend dargestellt.

Klartext:  Das InEK konnte aufgrund von nicht ausreichenden, unplausiblen oder schlicht nicht nachvollziehbaren Informationen keine abschließende Aussage treffen. In diesem Fall ist das Krankenhaus aufgefordert den Antrag im kommenden NUB-Verfahren neu einzureichen. Prinzipiell ausgeschlossen ist der Einsatz jedoch nicht. Im begründeten Einzelfall ist es dem Krankenhaus möglich eine Vergütungshöhe mit dem Kostenträger auszuhandeln. 

 

NUB Status seit 2005

diff. Status: Zum Beispiel Status 1 bzw. 2 mit entsprechender Fußnote
ausgesetzt: Bis zur abschließenden Entscheidung durch die Selbstverwaltungspartner nach § 17b KHG ausgesetzt

Was folgt nach dem NUB Antragsverfahren?

 

Wurde ein NUB Antrag mit einem entsprechend positivem Status bewertet, so bleibt dieser im Regelfall bis zur Einbindung bestehen.

Auf eine positiv bewertete NUB erfolgt in der Regel (nach ca. 3 Jahren) eine automatische Einbindung in eine der Rückvergütungsmechanismen des G-DRG Systems.

 

Über DRG:
In den meisten Fällen erfolgt die Erstattung über eine Fallpauschale (DRG). Die in dieser Zeit generierten Daten stellen die Grundlage zur Kalkulation / Weiterentwicklung des Systems dar.

Die Erstattung über die DRG kann auf verschiedene Weise erfolgen.

  1. Die Kosten des neuen Verfahrens konnten auf Basis der Daten in die DRG einbezogen werden. Eine Rückvergütung erfolgt über das angepasste Relativgewicht einer DRG.
  2. Der OPS Code wird als trigger eingesetzt und kann in eine höher vergütete DRG münden.
  3. Es erfolgt eine Neugestaltung / Ausdifferenzierung vorhandener Basis-DRG Gruppen.

 

Über Zusatzentgelte:
Die Aufstellung der Therapien/Verfahren welche in ein Zusatzentgelt münden, finden sich im Fallpauschalenkatalog (FPK) des jeweiligen Jahres. Diese Regelung erfolgt meist für besonders teure Therapien. Die Vergabe eines Zusatzentgeltes wird eher selten vorgenommen. Ein Zusatzentgelt ist fast immer an die Nutzung eines OPS gekoppelt. Diese OPS sind im FPK in Verbindung zum Zusatzentgelt dargestellt.

 

 

 

Gründe für eine Ablehnung von NUB Anträgen

 

Ein NUB Antrag kann aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt werden. Auch kann ein positiv bewerteter NUB Antrag im Nachgang zwischen Kostenträger und Leistungserbringer nicht verhandelbar sein.

Die Gründe für die Ablehnung eines NUB Antrags werden nicht kommuniziert.

Eine Ablehnung kann folgende Ursachen haben:

  • Es konnte eine sachgerechte Vergütung des beantragten Verfahrens innerhalb des aktuell geltenden G-DRG System nachgewiesen werden.
  • Die CE Kennzeichnung des Produktes, welches für das Verfahren eingesetzt werden soll ist zum Zeitpunkt der Beantragung nicht abgeschlossen.
  • Der Nutzen konnte nicht ausreichend belegt werden / fehlende Evidenz.
  • Begründung der Neuartigkeit des Verfahrens wurde nicht ausreichend beschrieben (Abgrenzung zum Standardverfahren).
  • Es liegt eine zu geringe Fallzahl vor.
  • Es besteht eine Einschränkung auf bestimmte Zentren mit entsprechender Spezialisierung.*

*Quelle

Nutzenbewertung von NUB

 

All diejenigen Anträge, die vom InEK mit dem Status 1 oder 4 bewertet wurden, werden einer Kurzbegutachtung durch den Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) unterzogen. Das Ergebnis der erstellten Gutachten wird anschließend bei den NUB Entgeltverhandlungen hinzugezogen.

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