Hürth, Juli 2019

Im Jahr 2017 wurde die per Gesetz beschlossene Sachkostenkorrektur erstmalig umgesetzt. Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) wurde mit der Umsetzung dieser sogenannten Erlöskorrektur beauftragt. Nach anfänglichen Diskussionen wurde für das Jahr 2017 (Datenerhebungsjahr der Kosten = 2015) zunächst eine 50 %ige Umsetzung beschlossen. Für die Erlösjahre 2018 und 2019 wurde die Umsetzung auf 60% festgelegt.

Welche Auswirkung hat die Sachkostenkorrektur auf den Hebesatz?

Betrachtet wurden die Hebesätze ab dem Erlösjahr 2015. Für die Jahre 2015 und 2016 wurde die Hebesatzberechnung für alle Kostenblöcke (Personal-, Sachmittel- und Infrasturkturkosten) auf die gleiche Weise ermittelt. Durch die Sachkostenkorrektur wurde der Hebesatz für die Sachmittelkosten, zugunsten für die Personal- und Infrastukturkosten abgewertet. Die Berechnung erfolgt aufgrund eines, in Relation zu Personal- und Infrastrukturkosten, erhöhten Divisiors. Nach Division der Kosten durch die nun unterschiedlichen Werte, wird im nächsten Schritt das Relativgewicht für jeden einzelnen Block berechnet. Das Relativgewicht dient der Erlösberechnung, die nun auf jeden Kostenblock getrennt ausgegeben werden kann. Setzt man die Kosten und Erlöse ins Verhältnis zueinander, kann die prozentuale Steigerung je Block ermittelt werden.

Addiert man die nun geltenden Prozentsätze zusammen und bildet einen Durchschnittswert, so wird deutlich, dass die durchschnittliche Steigerungsrate seit Einführung der Sachkostenkorrektur abgenommen hat.

Veränderung der prozentualen Steigerung zwischen Kosten und Erlösen der G-DRGs nach Sachkostenkorrektur
Berechnung der durchschnittlichen prozentualen Erlössteigerung für die G-DRGs in Prozent unter Berücksichtigung der Sachkostenkorrektur.

Was gehört zu eigentlich alles zu den medizinischen Sachmitteln?

Medizinische Sachmittel sind in Arzneimittel, Implantate und übriger medizinischer Sachbedarf untergliedert. In den Bereichen Arzneimittel und übriger medizinischer Sachbedarf sind weitere Unterscheidungen zu Einzel- und Gemeinkosten vorgesehen. Betroffen von der Sachkostenkorrektur sind alle diese Kostenstellen, die in der InEK Kostenmatrix mit den Ziffern 4a, 4b, 5, 6a, 6b, und 6c versehen sind.

4a = Arzneimittel Gemeinkosten (z. B. Schmerztabletten, Ringerlösung, Narkosemittel etc.)

4b = Arzneimittel Einzelkosten (z. B. Zytostatika, Virustatika, (par)enterale Ernährung etc.)

5 = Implantate (z.B. Herzklappen, Schrittmacher, Aufbereitungskosten für Stammzellen etc.

6a = übr. med. Bedarf Gemeinkosten (z. B. Verbandmaterial, Tupfer, Kanülen, Heil- und Hilfmittel etc.)

6b = übr. med. Bedarf Einzelkosten (z. B. Katheter, Videokapseln, Klammernahtgerät etc.)

6c = übr. med. Bedarf Bezugseinzelkosten (externe Sachkosten für von Dritten bezogene medizinische Behandlungsleistungen – Laboruntersuchungen, diagnostischen Leistungen, Honorare für nicht im KH angestellte Ärzte)


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