Der Verlegungsabschlag ist eine Minderung des DRG Erlöses, der im Falle einer Verlegung einer/s Patientin/en wirksam wird. Der Verlegungsabschlag reguliert somit den Ressourcenverbrauch eines stationär erbrachten, aber verlegten Behandlungsfalles, welcher über eine Fallpauschale (DRG) abgerechnet wird.

Eine Verlegung liegt dann vor, „wenn zwischen der Entlassung aus einem Krankenhaus und der Aufnahme in einem anderen Krankenhaus nicht mehr als 24 Stunden vergangen sind“ (Quelle: § 1 Abs. 1 Satz 4 Fallpauschalenverordnung (FPV)). Wird ein Patient „am gleichen Tag aufgenommen und verlegt […], gilt dieser Tag als Aufnahmetag“ (Quelle: § 1 Abs. 7 Satz 2 FPV).

 

 

Grundlegende Informationen zum Verlegungsabschlag

 

Jedes Krankenhaus, das eine oder mehrere Leistungen an einem Patienten erbringt, rechnet den entsprechenden Patientenfall über eine Fallpauschale nach geltendem Fallpauschalen-Katalog ab. Auch im Falle einer Verlegung rechnet jedes, am Patientenfall beteiligte, Krankenhaus eine Fallpauschale ab. Jedoch wird die Fallpauschale je nach Verweildauer des Patienten im Krankenhaus um einen Abschlag gemindert. An dieser Stelle gilt es jedoch zu unterscheiden, ob es sich bei der Fallpauschale um eine Verlegungs-Fallpauschale oder eine Nicht-Verlegungs-Fallpauschale handelt. Weiterhin muss differenziert werden, ob die Berechnung aus Sicht des verlegenden oder des aufnehmenden Krankenhauses vorgenommen wird.

 

 

Verlegungsabschlag - Übersicht

Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten, den Verlegungsabschlag anzuwenden

 

 

Verlegungs-Fallpauschalen

 

Verlegungs-Fallpauschalen sind im Fallpauschalen-Katalog gekennzeichnet. Befindet sich in der Spalte 12 (Arbeitsblatt Hauptabteilung) oder in der Spalte 14 (Arbeitsblatt Belegabteilung) ein X, ist diese Fallpauschale eine Verlegungs-Fallpauschale.

Für Fallpauschalen, die im Fallpauschalen-Katalog als Verlegungs-Fallpauschalen gekennzeichnet sind, gelten die Regelungen nach § 1 Abs. 3 FPV. Die Berechnung zur Minderung des DRG Erlöses bei Verlegung entspricht somit der gleichen Regelung, die bei allen Fallpauschalen ohne Verlegung anzuwenden ist.

 

 

Verlegungs-Fallpauschale - Kennzeichnung in Fallpauschalen-Katalog

Kennzeichnung im Fallpauschalen-Katalog, ob es sich um eine Verlegungs-Fallpauschale handelt.

 

 

Berechnung der Erlös-Minderung bei Verlegung

Fallbeispiel „Verlegung bei Unterschreiten der unteren Grenzverweildauer (UGV)“

 

Patient A wird am 10. August 2020 in der Hauptabteilung des Krankenhauses X aufgenommen. Zwei Tage später, am 12. August 2020, wird der Patient in ein anderes Krankenhaus verlegt. Als Entlassungsart ist die Verlegung in ein anderes Krankenhaus anzugeben. Aus seiner Behandlung ergibt sich die Fallpauschale F06E – Koronare Bypass-Operation ohne mehrzeitige komplexe OR-Prozeduren, ohne komplizierende Konstellation, ohne invasive kardiologische Diagnostik, ohne intraoperative Ablation, ohne schwerste CC, ohne Implantation eines herzunterstützenden Systems.

 

Berechnungsparameter

 

DRG Erster Tag mit Abschlag Bewertungsrelation (BWR) Abschlag Untere Grenzverweildauer (UGV) mittlere Verweildauer
(mVWD)
BWR mVWD
F06E 3 0,369 4 10,8 3,543

 

 

Berechnung tatsächliche Verweildauer und Abschlagstage

 

Tatsächliche Verweildauer:

Aufnahmetag + jeder weitere Tag des Krankenhausaufenthaltes ohne Verlegungstag = tatsächliche Verweildauer

Fallbeispiel: 10. August (= 1) + 11. August (= 1) = 2 Tage

 

 

Zahl der Abschlagstage:

Offizielle Formel:

Erster Tag mit Abschlag – tatsächliche Verweildauer + 1 = Zahl der Abschlagstage

Fallbeispiel: Erster Tag mit Abschlag (= 3) – tatsächliche Verweildauer (= 2) + 1 = 2 Abschlagstage

 

Bei Berechnung mit Hilfe der offiziellen Formel und ausgewiesenem erstem Tag mit Abschlag (s. Fallpauschalen-Katalog) ist immer die Konstante „+ 1“ zu berücksichtigen.

 

 

Alternative Formel:

Untere Grenzverweildauer (UGV) – tatsächliche Verweildauer = Zahl der Abschlagstage

Fallbeispiel: UGV (= 4) – tatsächliche Verweildauer (= 2) = 2 Abschlagstage

 

Bei Berechnung mit Hilfe der alternativen Formel und der UGV (s. Fallpauschalen-Katalog) kann auf die Konstante „+ 1“ verzichtet werden.

 

 

Berechnung Verlegungsabschlag

 

Anzahl der Abschlagstage x BWR pro Abschlagstag x (Bundes-)Basisfallwert (BBFW) = Verlegungsabschlag

Fallbeispiel: Abschlagstage (= 2) x BWR Abschlag (= 0,369) x BBFW (= 3.679,62 €) = Verlegungsabschlag (= 2.715,56 €)

 

 

Berechnung geminderter DRG-Erlös

 

DRG-Basisentgelt – Verlegungsabschlag = geminderter DRG-Erlös

Fallbeispiel: DRG-Basisentgelt (= 13.036,89 €) – Verlegungsabschlag (= 2.715,56 €) = geminderter DRG Erlös (= 10.321,33 €)

 

 

Alternativ:

(BWR mVWD – (Anzahl der Abschlagstage x BWR pro Abschlagstag) x (Bundes-)Basisfallwert (BBFW) = geminderter DRG Erlös

Fallbeispiel: BWR mVWD (= 3,543) – (Anzahl der Abschlagstage (= 2) x BWR Abschlag (= 0,369)) x BBFW (= 3.679,62 €) = geminderter DRG Erlös (= 10.321,33 €)

 

 

Hinweis: Seit dem 01.01.2020 muss zusätzlich noch der Pflegeerlös berechnet werden, unabhängig davon, ob es sich um Zuschläge, Abschläge oder das Basisentgelt handelt.

 

 

Verlegungs-Fallpauschale - Unterschreiten der unteren Grenzverweildauer

Darstellung der Berechnungsschritte bei Verlegung bei Unterschreiten der unteren Grenzverweildauer (UGV)

 

 

Fallbeispiel „Verlegung bei Erreichen oder Überschreiten der unteren Grenzverweildauer (UGV)“

 

Patient A wird am 10. August 2020 in der Hauptabteilung des Krankenhauses X aufgenommen. Sieben Tage später, am 17. August 2020, wird der Patient in ein anderes Krankenhaus verlegt. Als Entlassungsart ist die Verlegung in ein anderes Krankenhaus anzugeben. Aus seiner Behandlung ergibt sich die Fallpauschale F06E – Koronare Bypass-Operation ohne mehrzeitige komplexe OR-Prozeduren, ohne komplizierende Konstellation, ohne invasive kardiologische Diagnostik, ohne intraoperative Ablation, ohne schwerste CC, ohne Implantation eines herzunterstützenden Systems.

 

Berechnungsparameter

 

DRG Untere Grenzverweildauer (UGV) mittlere Verweildauer (mVWD) BWR mVWD
F06E 4 10,8 3,543

 

 

Berechnung tatsächliche Verweildauer und Abschlagstage

 

Tatsächliche Verweildauer:

Aufnahmetag + jeder weitere Tag des Krankenhausaufenthaltes ohne Verlegungstag = tatsächliche Verweildauer

Fallbeispiel: 10. August (= 1) + 11. August (= 1) +12. August (= 1) + 13. August (= 1) + 14. August (= 1) + 15. August (= 1) + 16. August (= 1) = 7 Tage

 

 

Berechnung tatsächlicher DRG-Erlös

 

Bewertungsrelation (BWR) x (Bundes)Basisfallwert (BBFW) = DRG-Erlös

Fallbeispiel: BWR (= 3,543) x BBFW (= 3.679,62 €) = DRG Erlös (= 13.036,89 €)

 

 

Hinweis: Seit dem 01.01.2020 muss zusätzlich noch der Pflegeerlös berechnet werden, unabhängig davon, ob es sich um Zuschläge, Abschläge oder das Basisentgelt handelt.

 

 

Verlegungs-Fallpauschale - Überschreiten der unteren Grenzverweildauer

Darstellung der Berechnungsschritte bei Verlegung bei Überschreiten der unteren Grenzverweildauer (UGV)

 

 

Nicht-Verlegungs-Fallpauschalen

 

Nicht-Verlegungs-Fallpauschalen sind im Fallpauschalen-Katalog nicht mit einem X gekennzeichnet. Die Spalten 12 (Arbeitsblatt Hauptabteilung) oder 14 (Arbeitsblatt Belegabteilung) sind leer. Stattdessen befinden sich in der Spalte 11 (Arbeitsblatt Hauptabteilung) und in der Spalte 13 (Arbeitsblatt Belegabteilung) eine Bewertungsrelation für die externe Verlegung (Abschlag pro Tag).

 

 

Nicht-Verlegungs-Fallpauschale - Kennzeichnung in Fallpauschalen-Katalog

Kennzeichnung im Fallpauschalen-Katalog, ob es sich um eine Nicht-Verlegungs-Fallpauschale handelt.

 

 

Berechnung der Erlös-Minderung bei Verlegung

 

Nicht-Verlegungs-Fallpauschalen werden nach Maßgabe des § 3 FPV gemindert. Jedoch muss unterschieden werden, ob die Berechnung aus Sicht des verlegenden Krankenhauses oder aus Sicht des aufnehmenden Krankenhauses geschehen soll.

 

 

Verlegendes Krankenhaus

 

Im Falle einer Verlegung in ein anderes Krankenhaus ist von dem verlegenden Krankenhaus ein Abschlag vorzunehmen, wenn die im Fallpauschalen-Katalog ausgewiesene mittlere Verweildauer unterschritten wird“ (Quelle: § 3 Absatz 1 Satz 1 FPV).

 

 

Fallbeispiel „Verlegung bei Unterschreiten der mittleren Grenzverweildauer (mVWD)“

 

Patient A wird am 10. August 2020 in der Hauptabteilung des Krankenhauses X aufgenommen. 12 Tage später, am 22. August 2020, wird der Patient in ein anderes Krankenhaus verlegt. Als Entlassungsart ist die Verlegung in ein anderes Krankenhaus anzugeben. Aus seiner Behandlung ergibt sich die Fallpauschale D02A – Komplexe Resektionen mit Rekonstruktionen an Kopf und Hals mit komplexem Eingriff oder mit Kombinationseingriff mit äußerst schweren CC.

 

Berechnungsparameter

 

DRG mittlere Verweildauer (mVWD) BWR mVWD BWR externe Verlegung
D02A 19,8 6,206 0,117

 

 

Berechnung tatsächliche Verweildauer und Abschlagstage

 

Tatsächliche Verweildauer:

Aufnahmetag + jeder weitere Tag des Krankenhausaufenthaltes ohne Verlegungstag = tatsächliche Verweildauer

Fallbeispiel: 10. August (= 1) + 11. August (= 1) +12. August (= 1) + 13. August (= 1) + 14. August (= 1) + 15. August (= 1) + 16. August (= 1) + 17. August (= 1) + 18. August (= 1) + 19 August (= 1) + 20. August (= 1) + 21. August (= 1) = 12 Tage

 

 

Zahl der Abschlagstage:

Offizielle Formel:

Mittlere Verweildauer, kaufmännisch auf die nächste ganze Zahl gerundet – tatsächliche Verweildauer = Zahl der Abschlagstage

Fallbeispiel: gerundete mVWD (= 20) – tatsächliche Verweildauer (= 12) = 8 Abschlagstage 

 

 

Berechnung Verlegungsabschlag

 

Anzahl der Abschlagstage x BWR externe Verlegung x (Bundes-)Basisfallwert (BBFW) = Verlegungsabschlag

Fallbeispiel: Abschlagstage (= 8) x BWR externe Verlegung (= 0,117) x BBFW (= 3.679,62 €) = Verlegungsabschlag (= 3.444,12 €)

 

 

Berechnung geminderter DRG-Erlös

 

DRG-Basisentgelt – Verlegungsabschlag = geminderter DRG-Erlös

Fallbeispiel: DRG-Basisentgelt (= 22.835,72 €) – Verlegungsabschlag (= 3.444,12 €) = geminderter DRG Erlös (= 19.391,60 €)

 

 

Alternativ:

(BWR mVWD – (Anzahl der Abschlagstage x BWR pro Abschlagstag) x (Bundes-)Basisfallwert (BBFW) = geminderter DRG Erlös

Fallbeispiel: BWR mVWD (= 6,206) – (Anzahl der Abschlagstage (= 8) x BWR externer Abschlag (= 0,117)) x BBFW (= 3.679,62 €) = geminderter DRG Erlös (= 19.391,60 €)

 

 

Hinweis: Seit dem 01.01.2020 muss zusätzlich noch der Pflegeerlös berechnet werden, unabhängig davon, ob es sich um Zuschläge, Abschläge oder das Basisentgelt handelt.

 

 

Wichtig: Die Berechnung für das Unterschreiten der mittleren Verweildauer gilt bis einschließlich einem Belegungstag. Bei Nicht-Verlegungs-Fallpauschalen wird keine Berechnung für die Unterschreitung der unteren Grenzverweildauer beim verlegenden Krankenhaus ausgewiesen!

 

 

Nicht-Verlegungs-Fallpauschale – verlegendes Krankenhaus – Unterschreiten der mittleren Verweildauer

Nicht-Verlegungs-Fallpauschale – Darstellung der Berechnungsschritte bei Verlegung bei Unterschreiten der mittleren Verweildauer (mVWD) aus Sicht des verlegenden Krankenhauses

 

 

Aufnehmendes Krankenhaus

 

Bei einer frühzeitigen Entlassung durch das aufnehmende Krankenhaus ist die Regelung zur unteren Grenzverweildauer nach § 1 Abs. 3 […] anzuwenden“ (Quelle: § 3 Abs. 2 Satz 2 FPV).

 

 

Fallbeispiel „Verlegung bei Unterschreiten der unteren Grenzverweildauer (UGV)“

 

Patient A wird am 10. August 2020 in der Hauptabteilung des Krankenhauses X aufgenommen. Vier Tage später, am 14. August 2020, wird der Patient in ein anderes Krankenhaus verlegt. Als Entlassungsart ist die Verlegung in ein anderes Krankenhaus anzugeben. Aus seiner Behandlung ergibt sich die Fallpauschale D02A – Komplexe Resektionen mit Rekonstruktionen an Kopf und Hals mit komplexem Eingriff oder mit Kombinationseingriff mit äußerst schweren CC.

 

Berechnungsparameter
DRG Erster Tag mit Abschlag Bewertungsrelation (BWR) Abschlag Untere Grenzverweildauer (UGV) mittlere Verweildauer
(mVWD)
BWR mVWD
D02A 6 0,347 7 19,8 6,206

 

 

Berechnung tatsächliche Verweildauer und Abschlagstage

 

Tatsächliche Verweildauer:

Aufnahmetag + jeder weitere Tag des Krankenhausaufenthaltes ohne Verlegungstag = tatsächliche Verweildauer

Fallbeispiel: 10. August (= 1) + 11. August (= 1) + 12. August (= 1) + 13. August (= 1) = 4 Tage

 

 

Zahl der Abschlagstage:

Offizielle Formel:

Erster Tag mit Abschlag – tatsächliche Verweildauer + 1 = Zahl der Abschlagstage

Fallbeispiel: Erster Tag mit Abschlag (= 6) – tatsächliche Verweildauer (= 4) + 1 = 3 Abschlagstage

 

Bei Berechnung mit Hilfe der offiziellen Formel und ausgewiesenem erstem Tag mit Abschlag (s. Fallpauschalen-Katalog) ist immer die Konstante „+ 1“ zu berücksichtigen.

 

 

Alternative Formel:

Untere Grenzverweildauer (UGV) – tatsächliche Verweildauer = Zahl der Abschlagstage

Fallbeispiel: UGV (= 7) – tatsächliche Verweildauer (= 4) = 3 Abschlagstage

 

Bei Berechnung mit Hilfe der alternativen Formel und der UGV (s. Fallpauschalen-Katalog) kann auf die Konstante „+ 1“ verzichtet werden.

 

 

Berechnung Verlegungsabschlag

 

Anzahl der Abschlagstage x BWR pro Abschlagstag x (Bundes-)Basisfallwert (BBFW) = Verlegungsabschlag

Fallbeispiel: Abschlagstage (= 3) x BWR Abschlag (= 0,347) x BBFW (= 3.679,62 €) = Verlegungsabschlag (= 3.830,48 €)

 

 

Berechnung geminderter DRG-Erlös

 

DRG-Basisentgelt – Verlegungsabschlag = geminderter DRG-Erlös

Fallbeispiel: DRG-Basisentgelt (= 22.835,72 €) – Verlegungsabschlag (= 3.830,48 €) = geminderter DRG Erlös (= 19.005,24 €)

 

 

Alternativ:

(BWR mVWD – (Anzahl der Abschlagstage x BWR pro Abschlagstag) x (Bundes-)Basisfallwert (BBFW) = geminderter DRG Erlös

Fallbeispiel: BWR mVWD (= 6,206) – (Anzahl der Abschlagstage (= 3) x BWR Abschlag (= 0,347)) x BBFW (= 3.679,62 €) = geminderter DRG Erlös (= 19.005,24 €)

 

 

Hinweis: Seit dem 01.01.2020 muss zusätzlich noch der Pflegeerlös berechnet werden, unabhängig davon, ob es sich um Zuschläge, Abschläge oder das Basisentgelt handelt.

 

 

Nicht-Verlegungs-Fallpauschale – aufnehmendes Krankenhaus - Unterschreiten der unteren Grenzverweildauer

Nicht-Verlegungs-Fallpauschale – Darstellung der Berechnungsschritte bei Verlegung bei Unterschreiten der unteren Grenzverweildauer (UGV) aus Sicht des aufnehmenden Krankenhauses

 

 

Fallbeispiel „Verlegung bei Unterschreiten der mittleren Verweildauer (mVWD)“

 

Im Falle einer Verlegung aus einem anderen Krankenhaus ist von dem aufnehmenden Krankenhaus ein Abschlag entsprechend den Vorgaben des Absatzes 1 vorzunehmen, wenn die im Fallpauschalen-Katalog ausgewiesene mittlere Verweildauer im aufnehmenden Krankenhaus unterschritten wird“ (Quelle: § 1 Abs. 2 Satz 1 FPV).

 

 

Patient A wird am 10. August 2020 in der Hauptabteilung des Krankenhauses X aufgenommen. 12 Tage später, am 22. August 2020, wird der Patient in ein anderes Krankenhaus verlegt. Als Entlassungsart ist die Verlegung in ein anderes Krankenhaus anzugeben. Aus seiner Behandlung ergibt sich die Fallpauschale D02A – Komplexe Resektionen mit Rekonstruktionen an Kopf und Hals mit komplexem Eingriff oder mit Kombinationseingriff mit äußerst schweren CC.

 

Berechnungsparameter

 

DRG mittlere Verweildauer (mVWD) BWR mVWD BWR externe Verlegung
D02A 19,8 6,206 0,117

 

 

Berechnung tatsächliche Verweildauer und Abschlagstage

 

Tatsächliche Verweildauer:

Aufnahmetag + jeder weitere Tag des Krankenhausaufenthaltes ohne Verlegungstag = tatsächliche Verweildauer

Fallbeispiel: 10. August (= 1) + 11. August (= 1) +12. August (= 1) + 13. August (= 1) + 14. August (= 1) + 15. August (= 1) + 16. August (= 1) + 17. August (= 1) + 18. August (= 1) + 19 August (= 1) + 20. August (= 1) + 21. August (= 1) = 12 Tage

 

 

Zahl der Abschlagstage:

Offizielle Formel:

Mittlere Verweildauer, kaufmännisch auf die nächste ganze Zahl gerundet – tatsächliche Verweildauer = Zahl der Abschlagstage

Fallbeispiel: gerundete mVWD (= 20) – tatsächliche Verweildauer (= 12) = 8 Abschlagstage

 

 

Berechnung Verlegungsabschlag

 

Anzahl der Abschlagstage x BWR externe Verlegung x (Bundes-)Basisfallwert (BBFW) = Verlegungsabschlag

Fallbeispiel: Abschlagstage (= 8) x BWR externe Verlegung (= 0,117) x BBFW (= 3.679,62 €) = Verlegungsabschlag (= 3.444,12 €)

 

 

Berechnung geminderter DRG-Erlös

 

DRG-Basisentgelt – Verlegungsabschlag = geminderter DRG-Erlös

Fallbeispiel: DRG-Basisentgelt (= 22.835,72 €) – Verlegungsabschlag (= 3.444,12 €) = geminderter DRG Erlös (= 19.391,60 €)

 

 

Alternativ:

(BWR mVWD – (Anzahl der Abschlagstage x BWR pro Abschlagstag) x (Bundes-)Basisfallwert (BBFW) = geminderter DRG Erlös

Fallbeispiel: BWR mVWD (= 6,206) – (Anzahl der Abschlagstage (= 8) x BWR externer Abschlag (= 0,117)) x BBFW (= 3.679,62 €) = geminderter DRG Erlös (= 19.391,60 €)

 

 

Hinweis: Seit dem 01.01.2020 muss zusätzlich noch der Pflegeerlös berechnet werden, unabhängig davon, ob es sich um Zuschläge, Abschläge oder das Basisentgelt handelt.

 

 

Nicht-Verlegungs-Fallpauschale – aufnehmendes Krankenhaus – Unterschreiten der mittleren Verweildauer

Nicht-Verlegungs-Fallpauschale – Darstellung der Berechnungsschritte bei Verlegung bei Unterschreiten der mittleren Verweildauer (mVWD) aus Sicht des aufnehmenden Krankenhauses

 

 


 

Das könnte Sie auch interessieren: