Nach den Vorschriften des § 17b des Krankenhausfinanzierungsgesetzes werden die bundeseinheitlichen Regelungen für DRG Zuschläge und DRG Abschläge für Krankenhausleistungen durch die Vertragsparteien vereinbart.

DRG Abschläge werden bei Unterschreitung der unteren Grenzverweildauer (UGV) einer Fallpauschale (DRG) fällig.

Ist. z.B. eine Fallpauschale mit einer UGV von 3 Tagen kalkuliert, der Patient verlässt jedoch bereits am 2 Tag die Klinik (der Tag der Entlassung wird nicht mitgezählt), so ist ein DRG Abschlag in der definierten Höhe vom DRG Erlös abzuziehen.

Wichtig ist zu wissen, dass der Tag der Entlassung nicht zu den gesamten Aufenthaltstagen hinzugezählt werden darf. Wird der Patient also am zweiten Tag entlassen, so ist die Verweildauer = 1 Tag.

 

 

DRG Abschlag bei Unterschreitung von 2 Tagen

DRG Abschlag am Beispiel der DRG L13A bei Unterschreitung der unteren Grenzverweildauer.

 

 

Berechnung der DRG Abschläge

Fallbeispiel: Patient A wird am 10. August 2019 in der Hauptabteilung des Krankenhauses X aufgenommen. Einen Tag später, am 11. August 2019, wird der Patient auf Wunsch und im Einvernehmen mit den behandelnden Ärzten entlassen. Aus seiner Behandlung ergibt sich die Fallpauschale L13A (Nieren-, Ureter- und große Harnblaseneingriffe bei Neubildung, Alter > 18 Jahre, ohne Kombinationseingriff, mit CC).

Fragestellung: Mit welchem DRG-Erlös kann das Krankenhaus für diesen Fall rechnen?

Relevante Parameter:

  • Fallpauschale: L13A
  • Untere Grenzverweildauer (UGV): 3 Tage
  • Durchschnittliche Verweildauer: 10,1 Tage
  • Relativgewicht bei durchschnittlicher Verweildauer: 2,598
  • Erster Tag mit Abschlag: Tag 2
  • Relativgewicht pro Abschlagstag: 0,452
  • Bundesbasisfallwert (2019): 3.544,97 €
  • Tatsächliche Verweildauer: 1 Tag

⇒ Beachte: Da die tatsächliche Verweildauer hier nur 1 Tag beträgt, ist die untere Grenzverweildauer unterschritten. In diesem Fall muss ein Abschlag berechnet werden.

 

1. DRG-Basisentgelt innerhalb der Verweildauergrenzen von 3 bis 18 Tagen

3.544,97 € (BFW) x 2,598 (Relativgewichtspunkte) = 9.209,83 €

 

2. Formel(n) zur Berechnung der Abschlagstage:

Offizielle Formel:

Erster Tag mit Abschlag – tatsächliche Verweildauer + 1 = Zahl der Abschlagstage

Hier: 2 – 1 + 1 = 2

  • Bei Berechnung mit Hilfe der offiziellen Formel und ausgewiesenem erstem Tag mit Abschlag (s. Fallpauschalenkatalog) ist immer die Konstante „+ 1“ zu berücksichtigen

Alternative Formel:

Untere Grenzverweildauer (UGV) – tatsächliche Verweildauer = Zahl der Abschlagstage

Hier: 3 – 1 = 2

  • Bei Berechnung mit Hilfe der alternativen Formel und der UGV (s. Fallpauschalenkatalog) kann auf die Konstante „+ 1“ verzichtet werden

 

3. Berechnung DRG-Abschlag:

Anzahl der Abschlagstage x Relativgewicht pro Abschlagstag x (Bundes-)Basisfallwert = DRG-Abschlag

Hier: 2 x 0,452 x 3.544,97 € = 3.204,65 €

 

4. Berechnung tatsächlicher DRG-Erlös:

DRG-Basisentgelt – DRG-Abschlag = tatsächlicher DRG-Erlös

Hier: 9.209,83 € – 3.204,65 € = 6005,18 €

Antwort: Dem Krankenhaus stehen für diesen Fall Erlöse in Höhe von 6.005,18 € zu. Diese sind vom Kostenträger zu erstatten.

Hinweis: Seit dem 01.01.2020 muss zusätzlich noch der Pflegeerlös berechnet werden, unabhängig davon, ob es sich um Zuschläge, Abschläge oder das Basisentgelt handelt.

 

 

 

DRG Abschläge - Beispielberechnung anhand DRG L13A

Berechnung des DRG Abschlags anhand Beispiel-DRG

 


 

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