Ein klinischer Behandlungspfad (engl.: clinical pathway) bildet den Behandlungsprozess eines Patienten und seiner Symptomatik oder Erkrankung ab. Als Dokumentations- und Steuerungsinstrument stellt er eine Festlegung der Behandlung eines Patienten mit seinem individuellen Fall dar und kann krankheitsspezifisch für jeden Behandlungsprozess entwickelt und implementiert werden.

 

Aufbau eines Behandlungspfades

Der Behandlungspfad entspricht meist einem gleichen Muster und enthält folgende Bereiche:

  • Abfolge
  • Terminierung
  • Inhalte
  • Verantwortlichkeiten

wichtiger Bestandteile von Behandlungsprozessen und der Versorgung von Patienten in einem Krankenhaus.

Daneben spielt auch der zeitliche Verlauf einer Behandlung eine wichtige Rolle in der Darstellung des Behandlungspfades und wird auf einer Zeitachse visualisiert.

 

Beispiel für einen Behandlungspfad

Ein Behandlungspfad könnte wie folgt aussehen:

  • (post)operative Überwachung
    • Schmerzskala, Puls, Körpertemperatur, Gewicht, Art der Nahrungszufuhr
  • Medikation
    • Art der Medikation, Art der Gabe, Uhrzeit der Gabe
  • Ärztliches Modul
    • Anordnungen, Visite
  • Pflege-Modul
    • Körperpflege, Ernährung, Ausscheidung, soziale Interaktion, Mobilisation
  • Qualitätsziele/Varianzen
    • Zielsetzung, Besonderheiten, Komplikationen

 

Darstellung eines beispielhaften Behandlungspfades

Beispielhafte Darstellung eines Behandlungspfads

 

Ziele

Um den Behandlungspfad möglichst zweckmäßig und verständlich zu gestalten, sollte bei der Erstellung darauf geachtet werden, möglichst alle Beteiligten einzubeziehen und abzubilden. Das Ziel sollte sein, eine transparente Darstellung von Behandlungen und Maßnahmen an einem Patienten zu generieren, um die Planbarkeit eines Behandlungsprozesses sicherzustellen. Weiterhin soll der Behandlungspfad einer einfachen, einheitlichen Dokumentation dienlich sein. Wichtig ist, dass er für alle nutzbar ist. Die doppelte oder gar unnütze Dokumentation soll damit vermieden werden. Eine visuelle Darstellung des Prozesspfades hilft zudem bei der Optimierung von Prozessen. Einheitliche Arbeitsschritte, die Sicherstellung von Schnittstellenzusammenarbeit und die Vorgabe von Standards helfen bei der Minimierung von Risiken während des Behandlungsprozesses. Außerdem unterstützt dieses Dokumentations- und Steuerungsinstrument durch die übersichtliche Darstellung die Reduktion von Kosten und Verweildauer.

 

Kritik

Obgleich mit dem Behandlungspfad einige Vorteile einhergehen, sind auch kritische Aspekte nicht außer Acht zu lassen. Dem derzeit allgemeinen Problem der Digitalisierung in deutschen Krankenhäusern unterliegt auch dieses Instrument, da der BHP meist nur in Papier-Form vorliegt, nicht aber in digitaler Form. Somit birgt es das Risiko, nicht von allen Beteiligten jederzeit einsehbar sein zu können. Zudem ist die Erstellung sowie Nutzung und Weiterführung eines solchen Pfades zeitintensiv. Der vorherrschende Personal- und Zeitmangel lassen somit oft keine zusätzliche Erstellung und Dokumentation zu. Unter dem Blickwinkel der Kontrolle könnten sich außerdem viele Beteiligten durch die Wahl eines solchen Instruments überwacht und beeinflusst fühlen.

 


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