Im Zuge des MDK Reformgesetzes wurde in § 275d SGB V die OPS Strukturprüfung in den Krankenhäusern verankert. Diese sieht für insgesamt 53 Operationen und Prozedurenschlüssel (OPS) eine flächendeckende und regelmäßige Prüfung der Strukturmerkmale vor, die zur Abrechnung dieser Komplexcodes notwendig sind.

Die Richtlinie (StrOPS-RL) zur OPS Strukturprüfung, erstellt durch den Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (zukünftig MD Bund) wurde am 20. Mai 2021 vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unterzeichnet.

 

 

Prüfung der OPS Strukturmerkmale

OPS Strukturprüfung – Ablauf der Beantragung, Prüfung und Bescheinigung

 

Vergütungsausschluss

Kann ein Krankenhaus die notwendigen strukturellen Voraussetzung zur Erbringung eines komplexen OPS Codes nicht nachweisen, so darf dieser nicht mehr mit den Kostenträgern vereinbart und abgerechnet werden. Ob die, dem OPS Code zugeteilten Merkmale erfüllt sind, prüft der Medizinische Dienst (MD). Die Prüfmerkmale können je Code im Richtlinienentwurf nachgeschlagen werden.

 

OPS Kodes mit Strukturmerkmalen

OPS Bezeichnung
1-945 Diagnostik bei Verdacht auf Gefährdung von Kindeswohl und Kindergesundheit
8-550 Geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung
8-552 Neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation
8-559 Fachübergreifende und andere Frührehabilitation
8-918 Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie
8-91c Teilstationäre interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie
8-972 Komplexbehandlung bei schwerbehandelbarer Epilepsie
8-975.2 Naturheilkundliche und anthroposophisch-medizinische Komplexbehandlung: Naturheilkundliche Komplexbehandlung
8-976 Komplexbehandlung bei Querschnittlähmung
8-977 Multimodal-nichtoperative Komplexbehandlung des Bewegungssystems
8-97a Multimodale intensivmedizinische Überwachung und Behandlung bei zerebrovaskulären Vasospasmen
8-97d Multimodale Komplexbehandlung bei Morbus Parkinson
8-980 Intensivmedizinische Komplexbehandlung (Basisprozedur)
8-981 Neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls
8-982 Palliativmedizinische Komplexbehandlung
8-983 Multimodale rheumatologische Komplexbehandlung
8-984 Multimodale Komplexbehandlung bei Diabetes mellitus
8-985 Motivationsbehandlung Abhängigkeitskranker [Qualifizierter Entzug]
8-986 Multimodale kinder- und jugendrheumatologische Komplexbehandlung
8-987.0 Komplexbehandlung bei Besiedelung oder Infektion mit multiresistenten Erregern [MRE]: Komplexbehandlung auf spezieller Isoliereinheit
8-987.1 Komplexbehandlung bei Besiedelung oder Infektion mit multiresistenten Erregern [MRE]: Komplexbehandlung nicht auf spezieller Isoliereinheit
8-988 Spezielle Komplexbehandlung der Hand
8-98a Teilstationäre geriatrische Komplexbehandlung
8-98b.2 Andere neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls: Ohne Anwendung eines Telekonsildienstes
8-98b.3 Andere neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls: Mit Anwendung eines Telekonsildienstes
8-98d Intensivmedizinische Komplexbehandlung im Kindesalter (Basisprozedur)
8-98e Spezialisierte stationäre palliativmedizinische Komplexbehandlung
8-98f Aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung (Basisprozedur)
8-98g.0 Komplexbehandlung bei Besiedelung oder Infektion mit nicht multiresistenten Erregern: Komplexbehandlung auf  spezieller Isoliereinheit
8-98g.1 Komplexbehandlung bei Besiedelung oder Infektion mit nicht multiresistenten Erregern: Komplexbehandlung nicht  auf spezieller Isoliereinheit
8-98h.0 Spezialisierte palliativmedizinische Komplexbehandlung: Durch einen internen Palliativdienst
8-98h.1 Spezialisierte palliativmedizinische Komplexbehandlung: Durch einen externen Palliativdienst
9-402 Psychosomatische Therapie
9-403 Sozialpädiatrische, neuropädiatrische und pädiatrisch-psychosomatische Therapie
9-60 Regelbehandlung bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen
9-61 Intensivbehandlung bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen
9-62 Psychotherapeutische Komplexbehandlung bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen
9-63 Psychosomatisch-psychotherapeutische Komplexbehandlung bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen
9-640 Erhöhter Betreuungsaufwand bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen
9-641 Kriseninterventionelle Behandlung bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen
9-642 Integrierte klinisch-psychosomatisch-psychotherapeutische Komplexbehandlung bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen
9-643 Psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung im besonderen Setting (Mutter/Vater-Kind-Setting)
9-645 Indizierter Entlassungsaufwand bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen
9-647 Spezifische qualifizierte Entzugsbehandlung Abhängigkeitskranker bei Erwachsenen
9-649 Anzahl der Therapieeinheiten pro Woche bei Erwachsenen
9-65 Psychiatrisch-psychosomatische Regelbehandlung bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen
9-67 Psychiatrisch-psychosomatische Intensivbehandlung bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen
9-68 Psychiatrisch-psychosomatische Behandlung im besonderen Setting (Eltern-Kind-Setting) bei psych. und psychos. Störungen und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen
9-693 Erhöhter Betreuungsaufwand bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen
9-694 Spezifische Behandlung im besonderen Setting bei substanzbedingten Störungen bei Kindern und Jugendlichen
9-696 Anzahl der Therapieeinheiten pro Woche bei Kindern und Jugendlichen
9-701 Stationsäquivalente psychiatrische Behandlung bei Erwachsenen
9-801 Stationsäquivalente psychiatrische Behandlung bei Kindern und Jugendlichen

 

 

Ablauf der OPS Strukturprüfung

Die erstmalige Umsetzung der Strukturprüfungen im Jahr 2021 hatte aufgrund der verzögerten Unterzeichnung beim Bundesministerium für Gesundheit für heftige Debatten gesorgt, die sich aufgrund der äußerst kurzen Umsetzungsfrist ergaben. So wurde die Frist durch den MD-Bund in Absprache mit den BMG und den Medizinischen Diensten vom 30. Juni 2021 um sechs Wochen auf den 15. August 2021 verlängert.

Die Prüfung ist von jedem Standort (teilweise mit Nennung der Station), welches die oben aufgeführten Prozeduren weiterhin zur Anwendung bringen möchte, jährlich bis zum 30. Juni bei dem für das jeweilige Haus zuständigen MD zu beantragen. Für Prozeduren, die im Antragsjahr erstmals erbracht werden sollen, endet die Antragsfrist am 30. September.

Binnen zehn Tage nach Eingang entscheidet der MD über die Erledigungsart, die durch eine Vor-Ort Prüfung oder Dokumentenprüfung erfolgt. Auch kann die Dokumentenprüfung durch die Vor-Ort Prüfung ergänzt werden.

Für die OPS Strukturprüfung werden zwei Terminvorschläge seitens des MD an den Krankenhausstandort übermittelt. Der Prüfungszeitraum beträgt drei Monate, indem das zu prüfende Krankenhaus die angeforderten Unterlagen innerhalb von 10 Werktagen an den MD übermittelt. Anschließend erhält das Krankenhaus eine Bescheinigung, die bis Jahresende an den Landesverband der Krankenkassen und die Ersatzkassen übermittelt werden muss.

 

Hinweis

Durch diese Neuordnung entfällt die Strukturprüfung im Zuge der Einzelfallprüfung!

 


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