In Deutschland gibt es derzeit 1.914 Krankenhäuser (Stand: 2019) mit insgesamt 494.326 Betten (Stand: 2019). Die aufgestellten Betten lassen sich jedoch spezifizieren, sodass sich die Anzahl der Intensivbetten in Deutschland ausweisen lässt.

 

Die hier angezeigten Daten basieren auf den Datenerhebungen des Statistischen Bundesamtes und liegen retrospektiv vor. Die aktuellsten Daten stammen demnach aus dem Datenerhebungsjahr 2019. Zusätzlich aufgestellte Betten während der Corona-Pandemie sind hier noch nicht erfasst! Eine Übersicht über die aktuelle Betten-Situation erhalten Sie beim DIVI Intensivregister!

 

Definition Intensivbett

Ein Intensivbett wird, im Gegensatz zu den gewöhnlichen Betten bspw. auf der Normalstation, zur intensivmedizinischen Behandlung in der Einrichtung aufgestellt (Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes).

Zudem orientiert sich die Definition eines Intensivbettes an der typischen Nutzung eines Bettes, die über personelle sowie strukturelle Anforderungen der OPS-Kodes 8-980, 8-981, 8-98b und 8-98d beschrieben wird. Betten, in denen die Mehrzahl der Belegungstage Patientenfälle mit diesen OPS-Kodes gelegen haben, könnten entsprechend als Intensivbett identifiziert werden. Da dies jedoch nicht verallgemeinert werden kann, sollte eine genaue Prüfung vorgenommen werden (Quelle: Deutsche Krankenhaus Gesellschaft e.V.).

 

OPS-Kode Bezeichnung Mindestmerkmale
8-980 Intensivmedizinische Komplexbehandlung (Basisprozedur)
  • kontinuierliche, 24-stündige Überwachung und akute Behandlungsbereitschaft durch Intensiv-Pflegepersonal und -ärzte
  • ständige ärztliche Anwesenheit auf Intensivstation
  • und weitere
8-981 Neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls
  • Behandlung auf spezialisierter Einheit
  • 24-stündige ärztliche Anwesenheit (am Wochenende) – Versorgung von anderen Patienten durch den Arzt zulässig
  • 12-stündige ärztliche Anwesenheit (an Wochentagen) – tagsüber ist die Versorgung anderer Patienten nicht zulässig
  • 12-stündige ärztliche Anwesenheit (an Wochentagen) – nachts ist die Versorgung anderer Patienten zulässig
  • 24-Stunden-Monitoring
  • 6-stündliche Überwachung und Dokumentation
  • und weitere
8-98b Andere neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls
  • Behandlung auf spezialisierter Einheit
  • 24-stündige ärztliche Anwesenheit (auch als Bereitschaftsdienst)
  • 24-Stunden-Monitoring
  • 6-stündliche Überwachung und Dokumentation
  • und weitere
8-98d Intensivmedizinische Komplexbehandlung im Kindesalter (Basisprozedur)
  • patientennahe Pflege durch Fachpersonal mit Fachweiterbildungsquote im Bereich Pädiatrische Intensivpflege
  • Behandlung unter fachärztlicher Behandlungsleitung
  • kontinuierliche, 24-stündige Überwachung
  • ständige ärztliche
  • und weitere

 

Anzahl der Intensivbetten in Deutschland

Auf Basis der veröffentlichten Grundlagen über Krankenhäuser vom Statistischen Bundesamt lässt sich die Anzahl der Intensivbetten in Deutschland klar ausweisen.

Die folgende Grafik zeigt die Anzahl der Betten von 1990 bis 2019. Es zeichnet sich ein (fast) stetiger Anstieg der aufgestellten Betten ab. In der Zeit von 1990 bis 2019 wurden insgesamt 10.295 weitere intensivmedizinische Betten aufgestellt. Das entspricht einem Plus in Höhe von rund 64 %.

 

Darstellung der Anzahl an Intensivbetten in Deutschland

Darstellung der Anzahl an Intensivbetten in Deutschland

 

Anzahl der Intensivbetten nach Bundesländern

Mit Ausnahme vom Bundesland Bremen ist bei allen (anderen) Bundesländern ein Anstieg an aufgestellten Intensivbetten festzustellen. Vergleicht man das Jahr 1991 mit dem aktuellsten Datenerhebungsjahr 2019 sticht Nordrhein-Westfalen mit der höchsten Anzahl an hinzugekommenen Betten hervor. In der Zeit von 1991 bis 2019 wurden hier 1.745 zusätzliche intensivmedizinische Betten aufgestellt.

In Bremen hingegen sind über die Jahre 23 Intensivbetten weggefallen.
Die aufgeführte Grafik enthält aufgrund der Fülle an Daten die Informationen ab dem Jahr 2000.

 

Darstellung der Anzahl an Intensivbetten in den einzelnen Bundesländern

Darstellung der Anzahl an Intensivbetten in den einzelnen Bundesländern

 

Verhältnis der Intensivbetten zu der Gesamtanzahl an aufgestellten Betten

Die Anzahl intensivmedizinischer Betten entspricht einem Verhältnis von 5,32 % zur Gesamt-Bettenanzahl.

 

Darstellung des Verhältnisses von Intensivbetten zur Gesamtzahl der aufgestellten Betten in Deutschland (in %)

Darstellung des Verhältnisses von Intensivbetten zur Gesamtzahl der aufgestellten Betten in Deutschland (in %)

 

Betrachtet man die Absolutzahlen, sind die meisten Intensivbetten in Nordrhein-Westfalen aufgestellt. Jedoch befinden sich hier sowohl die meisten Krankenhäuser, als auch die meisten aufgestellten Betten insgesamt. Die Zahl der Intensivbetten ist demnach ins Verhältnis zu der Krankenhaus- und Bettendichte in diesem Bundesland zu setzen.

Betrachtet man die Verhältnisse der intensivmedizinischen Betten zur Gesamtanzahl an aufgestellten Betten in Deutschland, ist nicht mehr Nordrhein-Westfalen der Spitzenreiter. Vielmehr besitzt das Saarland im Jahr 2019 verhältnismäßig die meisten Intensivbetten (7,11 %), gefolgt von Berlin (6,66 %) an zweiter und Hamburg (6,60 %) an dritter Stelle. NRW (5,35 %) hingegen liegt in diesem Ranking auf Platz 10 von 16 Bundesländern.

 

Darstellung des Verhältnisses von Intensivbetten zur Gesamtzahl der aufgestellten Betten in den einzelnen Bundesländern (in %)

Darstellung des Verhältnisses von Intensivbetten zur Gesamtzahl der aufgestellten Betten in den einzelnen Bundesländern (in %)

 

Quelle: Die Angaben entstammen der Fachserie 12 Reihe 6.1.1 des Statistischen Bundesamtes.


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